Stand: 25.03.2019 15:50 Uhr

Landretter für MV dringend gesucht

Bild vergrößern
Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Gut also, wenn "Landretter" Rettungskräfte unterstützen. (Symbolbild)

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald und das Universitäts-Klinikum Greifswald versuchen seit September 2017 ehenamtliche Helfer zu finden, die im Falle eines Herzinfarkts mit der Wiederbelebung beginnen - und zwar bevor der Rettungswagen eintrifft. Das Problem: es melden sich zu wenig Freiwillige für das Projekt.

Projekt für Flächenland MV

Im Normallfall dauert es acht bis zwölf Minuten, bis der Rettungswagen eintrifft. Mancherorts kann es im flächenmäßig großen Land Mecklenburg-Vorpommern mit vergleichsweise wenigen Rettungsstellen länger dauern. Hier setzt deshalb das Projekt "Landretter" an. Der Landkreis und das Uniklinikum möchten Freiwillige finden, die schon vor dem Eintreffen der Rettungskräfte mit der Herzdruckmassage beginnen.

Fast jeder kann "Landretter" werden

Der Aufruf des Landkreises richtet sich ganz explizit an Menschen, die eine medizinische Grundlage besitzen. Das können Medizinstudenten, Betriebssanitäter oder Pflegekräfte sein. Aber auch Feuerwehrleute oder Mitglieder des THW, die einen sicheren Umgang mit erster Hilfe haben, kommen in Frage. Diese Menschen können sich zunächst als "Landretter" freiwillig registrieren. Wenn es dann in ihrer Umgebung einen Notruf mit Herzinfarkt gibt, werden sie über eine App informiert und zum Einsatzort navigiert. Das kann bei einem Nachbarn sein, im Restaurant um die Ecke oder im nächsten Dorf. Dort können sie dann direkt mit der Herzdruckmassage beginnen. Und zwar solange, bis der Notarzt da ist und den Patienten übernehmen kann. Eine zwischenzeitliche Reanimation dieser Art kann die Überlebenschance verdoppeln.

Mehr Freiwillige werden gebraucht

Bisher ist die Resonanz auf das seit September 2017 laufende Projekt gut. 250 Landretter haben sich bisher registriert. Das ist aber noch nicht genug. Die Mediziner vom Rettungsdienst sagen, dass sie 2.000 Freiwillige bräuchten, um den Bedarf tatsächlich abzudecken. Das betrifft vor allem die Bereiche, die weiter von einer Rettungsstelle entfernt liegen - so wie das südliche Vorpommern oder die Insel Usedom.

Weitere Informationen

Herzinfarkt: Symptome erkennen und schnell handeln

Ein beklemmender Schmerz in der Brust, Engegefühl und Atemnot - ein Herzinfarkt. Jede Minute zählt jetzt. Was sind die Ursachen und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.03.2019 | 17:15 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern