Stand: 06.10.2019 14:17 Uhr

Landeserntedankfest: Klimawandel großes Thema

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In der geschmückten Inselkirche in Kloster auf Hiddensee begannen die Feierlichkeiten wie immer mit einem Gottesdienst.

Auf der Insel Hiddensee ist am Sonntag das Landeserntedankfest gefeiert worden. Zum Auftakt gab es in der geschmückten Inselkirche in Kloster (Landkreis Vorpommern-Rügen) einen Gottesdienst. Die Landesbischöfin der evangelischen Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, rief in ihrer Predigt zu einem radikalen Umdenken im Umgang mit Natur und Umwelt auf. "Wenn Erntedank mehr sein soll als ein buntes Fest, dann ist es an der Zeit, dass wir auch die Not unserer Erde, die Bedrohung der Schöpfung unser Herz finden lassen", so Kühnbaum-Schmidt. Der Mensch sei abhängig von der Natur und nicht umgekehrt. Gerade auf der Insel Hiddensee werde deutlich, welche Folgen der menschengemachte Klimawandel mit steigenden Meeresspiegeln haben werde. Wetterextreme würden zunehmen, Dürreperioden brächten für die Landwirte immer größere Herausforderungen mit sich.

Ministerpräsidentin würdigt Landwirte

Unter den Gottesdienstbesuchern waren unter anderem Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Agrarminister Till Backhaus, Energieminister Christian Pegel, Sozialministerin Stefanie Drese und Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (alle SPD). Schwesig würdigte die Leistungen der Landwirte. Der Einfluss von Wetter und Klima zeige, dass die Landwirtschaft keine Arbeit wie jede andere sei, sagte sie. Schwesig betonte: "Die Landwirtschaft gehört zu unserem Bundesland wie die Ostsee und die Mecklenburgische Seenplatte."

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit Mitgliedern des Land-Frauenverbands beim Erntedankfest auf Hiddensee.

Erntedankfest: Feierlichkeiten auf Hiddensee

Nordmagazin -

Auf der Insel Hiddensee wurde das Landeserntedankfest begangen. Auch Ministerpräsidentin Schwesig nahm mit mehreren Kabinettsmitgliedern teil und dankte den Bauern für ihre Leistungen.

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Backhaus: "Ernte besser ausgefallen als erwartet"

Die diesjährige Ernte ist nach Angaben von Agrarminister Backhaus besser ausgefallen als erwartet. Das bringe etwas Entspannung nach dem Katastrophenjahr 2018. Doch blieben die Erträge unter dem langjährigen Durchschnitt. Bei Winterweizen und Wintergerste beispielsweise erzielten die Bauern Erträge von rund 76 Dezitonnen je Hektar im Vergleich zu 60 Dezitonnen im Vorjahr. Der Mittelwert liege allerdings bei 80 Dezitonnen. Beim Winterraps wurden fast 36 Dezitonnen je Hektar geerntet, was nahezu dem langjährigen Mittel entspricht.

Proteste nach dem Gottesdienst

Zu Beginn des Landeserntedankfestes erwarteten Einwohner aus dem Inselort Neuendorf die Regierungsmitglieder. Sie protestierten gegen die Erhöhung der Pachtpreise für das Land um ihre Häuser. Betroffen seien etwa 80 Familien, die dort teilweise in der fünften oder sechsten Generation wohnen und die umgebenden Wiesen schon immer nur pachten konnten, wie Karin Schlott vom Vorstand der Interessengemeinschaft Neuendorf sagte. Statt 26 Cent pro Quadratmeter sollten sie jetzt 3,20 Euro zahlen. Agrarminister Till Backhaus versprach, sich für eine Lösung einzusetzen.

Erntekrone kommt per Fischkutter

Am Nachmittag kam erstmals im Land eine Erntekrone per Fischkutter zum Erntedankfest. Die Krone von einem Meter Durchmesser ist von Frauen des Landfrauenverbandes aus fünf Getreidesorten gebunden worden. In Mecklenburg-Vorpommern ist es seit Jahrzehnten Tradition, dass Kirche und Land miteinander Erntedank feiern. Die Entscheidung des Agrarministeriums, das diesjährige Landeserntedankfest auf Hiddensee auszurichten, hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt. Viele Bauern und Landwirte konnten es nicht nachvollziehen, dass das Fest auf einer Ferieninsel gefeiert wird. Es sei mehr als fraglich, ob es auf Hiddensee möglich sei, ein repräsentatives Bild der Landwirtschaft zu zeigen, heißt es. Für das diesjährige Erntedankfest hatten sich auch Stralsund, Ferdinandshof und Süderholz beworben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.10.2019 | 12:00 Uhr

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