Stand: 16.12.2019 15:19 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Kriegsgräberfürsorge feiert 100-jähriges Bestehen

Grabsteine stehen auf einer Kriegsgräberstätte auf dem Neuen Friedhof in Rostock. © dpa-Zentralbild Foto: Bernd Wüstneck
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge pflegt Gräber auf mehr als 800 Firedhöfen. (Archivbild)

Mit einer Gedenkstunde hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Montag auf dem Alten Friedhof in Schwerin seines 100-jährigen Bestehens gedacht. Am 16. Dezember 1919 - kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs mit geschätzt 17 Millionen Toten - war die Organisation gegründet worden. Bis heute birgt, erfasst und identifiziert der Volksbund europaweit Kriegstote aus den beiden Weltkriegen.

Noch bis zu 250.000 unbekannte Kriegstote vermutet

VIDEO: Jahrestag: 100 Jahre Volksbund (3 Min)

Dazu zählen sowohl gefallene Soldaten vieler Nationen aber auch gestorbene Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Zivilisten. Der Volksbund pflegt die Gräber von über 2,7 Millionen Kriegstoten des Ersten und Zweiten Weltkriegs auf 832 Friedhöfen in 46 Ländern. Schwerpunkte der Arbeit liegen in Russland, Polen und Weißrussland. Bis zu 250.000 unbekannte Kriegstote werden dort noch vermutet. Jährlich erreichen den Volksbund weiterhin Tausende Anfragen von Angehörigen. Sie wollen das Schicksal ihrer Vorfahren aufklären.

Volksbund betreibt auch Bildungs- und Jugendarbeit

Aber die Aufgaben seien zunehmend im Wandel begriffen, sagt Karsten Richter, Geschäftsführer des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Mittlerweile betreibt der Volksbund auch Bildungs- und Jugendarbeit, wie etwa auf der Kriegsgräberstätte Golm auf Usedom.

Kriegsgräberstätten sind Mahnmale

"Unser Ziel ist es, über Einzelschicksale historische Bildung zu betreiben, aber eben auch zu zeigen, wo Kriege hinführen können", so Richter zu NDR 1 Radio MV. Kriegsgräberstätten seien heutzutage auch Mahnmale für den Frieden und die Völkerverständigung.

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NDR 1 Radio MV | 16.12.2019 | 14:00 Uhr

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