Stand: 24.10.2018 12:29 Uhr

Knappes Wasser: Angler sorgen sich um Fische

Die lang anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate hat in Mecklenburg-Vorpommern die Pegelstände in vielen Gewässern stark sinken lassen. Mit Blick auf den Winter sorgen sich Angler nun um das Überleben der Fische - insbesondere in kleineren Flüssen und flachen Seen.

In vielen Seen im Nordosten herrscht "Ebbe"

Fischtreppen haben kaum noch Wasser

Viele Fischtreppen seien derzeit nur wenige Zentimeter hoch mit Wasser versorgt. "Die Fische hängen an den Unterläufen der Flüsse fest", sagte Mario Voigt vom Landesanglerverband. Betroffen seien unter anderem Meer- und Bachforelle. Bei Frost könnte die Situation den Anglern zufolge noch dramatischer werden: Wenn flache Seen und Flüsse zufrierten, sei der Sauerstoff schnell verbraucht. Das könne zu einem Fischsterben führen.

Stauteiche könnten helfen

Wenn Felder, Baumschulen und Golfplätze aus diesen Gewässern bewässert würden, werde das Wasser zusätzlich verknappt und das Überleben für Fische erschwert, so Voigt. Dies habe sich deutlich im vergangenen Dürre-Sommer gezeigt, jeder habe am Wasser gezogen. Zurzeit sei der Wasserstand vielerorts mindestens 50 Zentimeter unter dem, was die Fische benötigen, hieß es weiter. Der Landesanglerverband will nun gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen suchen. So könnten etwa Stauteiche helfen. Einige Unternehmen im Land, die viel Wasser benötigen, sammeln bereits in eigenen künstlichen Teichen Regenwasser für schlechte Zeiten.

Links
Link

Pegelkarte für Mecklenburg-Vorpommern

Wie hoch steht das Wasser in Flüssen und an Küsten Mecklenburg-Vorpommerns? Das Pegelportal des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie gibt Antworten. extern

Oberseen: Lage nicht besorgniserregend

Den Mecklenburger Oberseen - dazu zählen die Müritz und acht weiteren Seen bis Plau - hat die diesjährige Dürre nicht so stark zugesetzt. Mit ihren 196 Quadratkilometern Wasserfläche bilden sie eines der größten geschlossenen Süßwasserreservoirs in Europa. Nach Behördenangaben ging der Wasserstand zwar um insgesamt 70 Zentimeter auf derzeit 1,57 Meter zurück, besorgniserregend sei die Lage aber noch nicht.

Wasserstand ähnlich tief wie 2003 und 1990

Der Wasserrückgang sei zu 60 Prozent der Verdunstung und 40 Prozent der Wasserabgabe an tiefer gelegene Regionen wie Berlin und Brandenburg geschuldet. Ein nasser Winter könne die Lage wieder entspannen, hieß es. Im Vorjahr sei man allerdings mit einem Wasserstand von 1,94 Metern in den Winter gegangen. Derzeit liege der Wasserstand ähnlich tief wie 2003 und 1990. Ihre niedrigsten Wasserstände hatten die Oberseen 1959 und 1989 mit 1,28 Meter. Nach Angaben vom Meteorologen fielen in diesem Jahr bislang etwa 130 l/m² Niederschlag weniger als im langjährigen Mittel im Nordosten.

Weitere Informationen

Tief "Siglinde" zieht ab - keine Schäden

Sturmtief "Siglinde" ist ohne nennenswerte Schäden über Mecklenburg-Vorpommern gezogen. Die Feuerwehren mussten vereinzelt ausrücken. Die Fähren haben den betrieb wieder aufgenommen. (24.10.2018) mehr

Klimareport für MV: Mehr Sommer, weniger Frost

Der Klimawandel ist in Mecklenburg-Vorpommern bereits deutlich zu spüren. Das geht aus dem Klimareport hervor, der am Dienstag in Schwerin vorgestellt wurde. (11.09.2018) mehr

Trockenheit lässt Pegelstände sinken

Aufgrund der Trockenheit sinken die Wasserstände in Gewässern in den westlichen Landesteilen. In Dömitz steht der Elb-Pegel bei 28 Zentimetern. In Neu Darchau stellte die Fähre den Betrieb ein. (09.07.2018) mehr

Kaum ein Fluss in gutem Zustand

Kaum ein Fluss in Mecklenburg-Vorpommern ist in einem guten ökologischen Zustand. Der Internationale Tag der Flüsse macht weltweit auf den Wert von Wasserstraßen und Bächen aufmerksam. (30.09.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.10.2018 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

00:54
Nordmagazin
03:03
Nordmagazin
00:32
Nordmagazin