Stand: 29.07.2020 18:24 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Greenpeace stoppt Felsbrocken-Versenken vor Rügen

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Im Meeresschutzgebiet Adlergrund vor Rügen will Greenpeace keine Felsbrocken mehr versenken. (Archivbild)

Die Umweltorganisation Greenpeace hat das Versenken von Felsbrocken in der Ostsee vor Rügen beendet. Das erklärte ein Sprecher der Umweltschützer am Mittwochnachmittag gegenüber NDR 1 Radio MV. Die "Aktion Adlergrund" sei gestoppt, es würden keine weiteren Felsbrocken mehr versenkt, so der Greenpeace-Sprecher. Die Entscheidung sei zum Einen aufgrund des schlechten Wetters gefallen. Außerdem könne die Aktion schon jetzt als Erfolg gewertet werden. Greenpeace schloss nicht aus, in den fünf weiteren Schutzgebieten in der Ostsee künftig weitere Aktionen durchzuführen.

Scharfe Kritik an Aktion

Die umstrittene Aktion im Meeresschutzgebiet Adlergrund 40 Kilometer östlich Rügens war von Fischereiverbänden und Politikern scharf kritisiert worden. Die Bundesämter für Naturschutz (BfN) und das Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatten Unterlassungsverfügungen ausgesprochen und ein Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro angedroht. Dennoch wollte Greenpeace zunächst die Aktion fortsetzen und gegen die Unterlassungsverfügung Widerspruch einlegen.

Rund 60 Felsbrocken in die Ostsee gekippt

Von einem Schiff der Umweltorganisation hatten Greenpeace-Mitglieder seit Sonntag nach eigenen Angaben rund 60 bis zu 1.000 Kilogramm schwere Felsbrocken ins Meer gekippt. Damit wollte die Organisation den Fischfang mit Grundschleppnetzen in dem Schutzgebiet unmöglich machen. Nach Angaben des Deutschen Fischereiverbands ist die Fischerei in dem Gebiet ausdrücklich erlaubt.

Müssen Steine wieder hochgeholt werden?

Das BSH prüft nun, ob die Steine wieder aus der Ostsee geholt werden müssen. Untersuchungen sollen klären, ob die Steine eine Gefahr für die Fischerei und die Umwelt darstellen. Inzwischen sind sie in den offiziellen Seekarten ausgewiesen. Der Deutsche Fischereiverband hatte zuletzt den Einsatz der Bundespolizei gefordert. Nun spricht er sich dafür aus, dass Greenpeace die Felsbrocken wieder vom Ostseegrund bergen müsse.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.07.2020 | 17:10 Uhr

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