Stand: 24.06.2020 16:26 Uhr

Glawe: Anreiseregeln in Vorpommern-Greifswald ungültig

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) spricht in ein Mikrofon. © NDR Foto: Virginie Konarski
Gesundheitsminister Glawe verweist auf die Landesverordnung. Diese sei präzise. (Archivbild)

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald erlaubt nun doch keine Ausnahme-Regelungen für Urlauber aus Risikogebieten. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hatte diese heute für nicht zulässig erklärt. Der Kreis wollte Gästen aus Risikogebieten, die nach Mecklenburg-Vorpommern reisen und keinen Corona-Test vorweisen können, nachträgliche Tests ermöglichen. Außerdem war geplant, Urlaubern eine besondere Form der Quarantäne durch Absonderung in ihrem Urlaubsquartier einzuräumen.

Glawe: Urlauber aus Risikogebieten ohne Negativ-Test müssen nach Hause

Das sei nicht möglich, sagte Glawe NDR 1 Radio MV. Die Landesverordnung sei präzise. Urlauber aus Risikogebieten, die sich ohne negativen Corona-Test im Land aufhalten, seien widerrechtlich hier. Es sei ausdrücklich in der Landesverordnung geklärt, dass diese Personen unverzüglich das Land verlassen müssen, heißt es in einem Schreiben des Wirtschaftsministeriums an die Landkreise, das NDR 1 Radio MV vorliegt. Als Risikogebiete gelten Landkreise mit mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Landkreis hatte spezielle Regeln erlassen

Auch die Regelung des Kreises, nach der Hoteliers und Vermieter ihre Urlauber 36 Stunden vor Anreise über die im Land geltenden Regeln informieren müssen sowie die Regel, dass Gastgeber die negativen Corona-Tests von Urlaubern aus Risikogebieten kontrollieren müssen, entfallen damit ebenfalls. Der Landkreis hatte Touristen aus dem Landkreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen zur Abreise gedrängt und gleichzeitig besondere Quarantäne-Formen und Nachtestungen angeboten.

Wer schon im Land ist, darf bleiben - auch ohne Test

Gleichzeitig machte Glawe klar, dass Urlauber willkommen seien - auch solche aus Risikogebieten. Die müssten allerdings einen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Wer schon in MV Urlaub mache und aus einer Region komme, die erst nach der Anreise am Übernachtungsort zum Risikogebiet wurde, der dürfe ohne weitere Tests bleiben. Das Ministerium hat eine Klarstellung an alle Landkreise geschickt und auf die gültige Rechtslage verwiesen.

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Unterdessen hat der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern erneut eine bundeseinheitliche Regelung zum Umgang mit Touristen aus Corona-Hotspots gefordert. Geschäftsführer Tobias Woitendorf kritisierte gegenüber NDR 1 Radio MV, dass die Gesundheitsminister wohl erneut keine gemeinsame Regelung gefunden hätten. Woitendorf sagte, durchsetzbar, nachvollziehbar und transparent werde die Regelung erst, wenn sie bundesweit einheitlich sei: "Dann schafft man Klarheit und entlastet die Gastgeber."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 24.06.2020 | 17:00 Uhr

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