Stand: 04.04.2019 16:11 Uhr

Fall Leonie: Stiefvater bleibt in Untersuchungshaft

Bild vergrößern
Seit dem 21. Januar sitzt der tatverdächtige Stiefvater in Untersuchungshaft. (Symbolbild)

Im Fall der gewaltsam zu Tode gekommenen Leonie aus Torgelow bleibt der tatverdächtige Stiefvater weiter in Untersuchungshaft. Das hat das Amtsgericht Pasewalk am Donnerstag entschieden. Hintergrund sind Aussagen der leiblichen Mutter, die ihren Lebensgefährten neu belastet hat.

Neuer Vorwurf: Stiefvater habe Leonie geschlagen

Der Verteidiger von Leonies Stiefvater, Bernd Raitor, wollte anlässlich eines für Donnerstag angesetzten Haftprüfungstermins die Freilassung seines Mandanten erreichen. Nachdem der Haftrichter überraschend neues, belastendes Material vorlegte, zog er diesen zurück. "In dem Material steht, dass mein Mandant Leonie geschlagen haben soll", so Raitor. Seinen Angaben zufolge sollen diese Aussagen aus den neuesten Vernehmungsprotokollen der leiblichen Mutter von Leonie stammen.

Ermittlungen auch gegen die Mutter

Er habe deswegen am beantragt, die Haftprüfung für David H. zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen, um sich mit den neuen Ermittlungsergebnissen gründlich befassen zu können. Wie die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg bestätigte, bleibe der Tatverdächtige weiter in Untersuchungshaft, da sich an den Haftgründen nichts geändert habe. Außerdem bestehe Fluchtgefahr, hieß es. Zu der neuesten Entwicklung bei den Ermittlungen wollte Oberstaatsanwalt Zeisler im Hinblick auf das laufende Verfahren nichts sagen. Auch gegen die Mutter werde weiter ermittelt, so Zeisler. Sie befindet sich mit ihrem jüngsten Kind in einer Mutter-Kind-Einrichtung.

Vorwurf: Mord durch Unterlassen

Dem zur Tatzeit 27-jährigen Mann wird vorgeworfen, am 12. Januar dieses Jahres seine sechsjährige Stieftochter so misshandelt zu haben, dass das Mädchen an den Folgen der Misshandlungen verstarb. Der verdächtige Stiefvater bestreitet die Tat. Während seiner Vernehmung war David H. aus dem Polizeihauptrevier Pasewalk geflohen und hielt sich eine Woche lang versteckt. Als er mit seinem Anwalt zur Polizei fuhr, um sich zu stellen, wurde David H. noch während der Fahrt festgenommen.

Beerdigung in Wolgast

Leonie wurde Anfang Februar in Wolgast beerdigt, wo der leibliche Vater des Mädchens lebt. Erst Mitte vergangenen Jahres war sie zusammen mit ihrer Mutter, den beiden jüngeren Geschwistern und ihrem Stiefvater nach Torgelow gezogen. Dort wurde sie Anfang Januar in der Wohnung tot aufgefunden.

Weitere Informationen
NDR 1 Radio MV

Fall Leonie: Bereitschaftsdienst wird geprüft

25.01.2019 13:00 Uhr
NDR 1 Radio MV

Nach dem gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie in Torgelow wird auch der Bereitschaftsdienst des Jugendamtes überprüft. Der Notdienst hat bei seinem Einsatz offenbar Vorgaben nicht eingehalten. mehr

Wolgast: Hunderte bei Trauerzug für Leonie

25.01.2019 07:00 Uhr

In Wolgast haben mehr als 400 Menschen der getöteten sechsjährigen Leonie aus Torgelow gedacht. Ein Trauerzug ging durch die Stadt, zahlreiche Teilnehmer stellten Kerzen auf. mehr

Fall Leonie: Tatverdächtiger gefasst

21.01.2019 13:00 Uhr

Rund eine Woche nach dem Tod eines sechsjährigen Mädchens in Torgelow hat die Polizei den gesuchten Tatverdächtigen in Vorpommern gefasst. Innenminister Caffier erhebt unterdessen Vorwürfe. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 04.04.2019 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:38
Nordmagazin
01:42
Nordmagazin
03:10
Nordmagazin