Stand: 06.07.2018 15:14 Uhr

Dieselbetrug: Steuerhinterziehung in Millionenhöhe

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Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten als Bande agiert haben.

Wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe hat das Landgericht Rostock am Freitag die beiden Hauptangeklagten im Prozess um Dieselbetrug im großen Stil zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass die vier Angeklagten als Bande agiert haben.

Freiheitsstrafen zwischen zwei und fünf Jahren

Die zwei Hauptangeklagten hatten 2013 das Grundstück einer ehemaligen Biodieselanlage in Grimmen erworben, um nach eigener Aussage dort dieselhaltige Reinigungsmittel und Schmierstoffe herzustellen und zu vertreiben. Die drei Männer und eine Frau wurden nach Angaben des Gerichts zu Freiheitsstrafen zwischen knapp zwei und fünf Jahren verurteilt.

Diesel billig ins Ausland verkauft

Ein Strohmann hatte das Unternehmen nach außen vertreten und den steuerfreien Einkauf von Diesel bei den Behörden organisiert. In Wirklichkeit ging es den Verurteilten aber darum, billigen Diesel ins Ausland zu verkaufen. Dem Staat entstand dadurch ein Steuerschaden von mehr als 4,8 Millionen Euro. Die Bande konnte durch eine breit angelegte Überwachung schließlich überführt und 2016 verhaftet werden. Die beiden Hintermänner saßen seitdem in Untersuchungshaft. Die Verteidiger der Angeklagten haben gegen das Urteil Revision angekündigt.

Weitere Informationen

Millionenschwerer Betrug mit Dieselkraftstoff

In Mecklenburg-Vorpommern sollen Schmier- und Reinigungsmittel europaweit als Diesel verkauft worden sein. Dabei entstand ein Steuerschaden in Millionenhöhe. ( mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.07.2018 | 13:00 Uhr

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