Stand: 08.03.2020 10:30 Uhr

Die vorerst letzte Fahrt des Segelschulschiffs "Greif"

Das Segelschulschiff "Greif" ist am Freitag von der Werft in Wolgast zu seiner vorerst letzten Fahrt aufgebrochen. Sie führte die 41 Meter lange Schonerbrigg zurück in ihren Heimathafen in Greifswald-Wieck. Dort machte sie am Nachmittag fest. Noch ist nicht entschieden, wie es mit dem Segelschulschiff weitergehen soll.

Stahlplatten im Rumpf nicht mehr dick genug

Im Februar war die diesjährige Segelsaison der "Greif" komplett abgesagt worden, nachdem das Schiff im Januar in die Werft nach Wolgast gekommen war. Es wurde festgestellt, dass die Stahlplatten am Rumpf nicht einmal mehr 6,5 Millimeter dick sind. So sei das Schiff nicht mehr seetüchtig, hieß es.

Voraussichtlich bis 2022 keine Segeltörns

Wie hoch die Kosten für eine Komplettsanierung sein werden, ist nicht bekannt. Die Kosten wurden von Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) aber auf einen hohen sechsstelligen Betrag geschätzt. Für die Grundsanierung und Modernisierung der "Greif" erarbeitet derzeit ein Ingenieurbüro ein Konzept. Es soll Mitte des Jahres vorliegen und der Bürgerschaft vorgestellt werden. Sollte sich die Bürgerschaft für einen Weiterbetrieb als Segelschulschiff entscheiden, könnte eine Sanierung 2021 beginnen. Damit werde es voraussichtlich vor 2022 keine Segeltörns mehr geben.

Vorerst Nutzung als maritimes Denkmal

Im Hafen von Wieck soll das 1951 gebaute Schiff zunächst als maritimes Denkmal genutzt werden. Feste Termine im Veranstaltungskalender der "Greif" im Hafen sind der Stadt zufolge unter anderem der maritime Saisonauftakt am 18. April, das Fischerfest und der Tag des offenen Denkmals. Ab Ostern sei an den Wochenenden an Deck an einen Café- und Barbetrieb gedacht, außerdem an private Feiern und regelmäßige Open-Ship-Führungen mit historischem oder technischem Schwerpunkt. Auch Übernachtungen an Bord für bis zu 25 Personen sollen möglich sein. Zudem könnte das Schiff für Vorträge, Workshops und Lesungen sowie eine kleine Konzertreihe zur Verfügung stehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.03.2020 | 16:00 Uhr

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