Windräder drehen sich im Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 1 bei Borkum. © dpa Foto: Carmen Jaspersen

Deutsch-dänisches Offshore-Energieprojekt vereinbart

Stand: 23.11.2021 17:20 Uhr

In der Ostsee soll bis 2030 ein Zwei-Milliarden-Euro-schweres Offshore-Stromnetz zwischen Dänemark und Deutschland entstehen. Die Verbindung ist von Vorpommerns Küste über Bornholm nach Seeland geplant und soll von vier Windparks gespeist werden.

von Martin Möller

Der deutsche Netzbetreiber 50Hertz und sein dänisches Pendant Energinet errichten in der Ostsee ein gemeinsames Offshore-Stromnetz. Ein entsprechender Vertrag wurde am Dienstag in Kopenhagen unter anderem vom dänischen Klima- und Energieminister Dan Jørgensen unterzeichnet. Kern des weltweit einmaligen Netzes soll ein Energiedrehkreuz auf der Insel Bornholm werden.

Vorpommern, Bornholm, Seeland

Laut Vereinbarung wird zunächst eine 400 Kilometer lange Gleichstromverbindung zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark gebaut. Sie führt von der Vorpommerschen Küste über Bornholm zur dänischen Insel Seeland und soll eine Kapazität von 2.000 Megawatt haben. Das entspricht der dreifachen Leistung des Rostocker Kohlekraftwerkes beziehungsweise dem Stromverbrauch von ungefähr vier Millionen Haushalten. Gespeist wird die Leitung durch vier Windparks, die rund um Bornholm errichtet werden sollen.

Zwei Milliarden Euro sollen investiert werden

Eine künstliche Energie-Insel, wie in der Nordsee geplant, ist demnach nicht vorgesehen. Konverter, Umspannwerke und ein Terminal zur Verteilung des Stroms werden dafür küstennah auf der Insel Bornholm errichtet. Am Terminal können weitere Anlagen zur Stromerzeugung und zur Stromumwandlung, zum Beispiel in grünen Wasserstoff, angeschlossen werden. Die kalkulierten Investitionskosten belaufen sich auf rund zwei Milliarden Euro. Geplante Inbetriebnahme ist im Jahr 2030.

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Windparks Arkona © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck/dpa

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.11.2021 | 18:00 Uhr

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