Stand: 08.06.2020 13:41 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Corona nach Gottesdienst: Stralsunder Kita geschlossen

In Stralsund ist eine katholische Kita geschlossen worden. (Symbolbild)

Nach den Corona-Infektionen bei Teilnehmern katholischer Pfingstgottesdienste in Vorpommern ist nun auch die Stralsunder Kita Marienkrone vorläufig geschlossen worden. Wie die Gemeinde Heilige Dreifaltigkeit auf ihrer Webseite mitteilte, nahmen sechs Kita-Mitarbeiter und mehrere Familien mit ihren Kindern, die in der Kita betreut werden, am Pfingstmontag am Gottesdienst in der Stralsunder Marienkirche teil. Alle Betroffenen befänden sich in häuslicher Quarantäne. "Eine Verbreitung des Virus bereits in der vergangenen Woche kann nicht ausgeschlossen werden", heißt es in der Erklärung. Die Kita hat eigenen Angaben zufolge Platz für 66 Kinder. Sie bleibt zunächst bis zum 15. Juni geschlossen.

Kein Infizierter im Krankenhaus

Der Landkreis Vorpommern-Rügen hatte am Sonnabend für rund 350 Personen eine häusliche Isolation bis maximal zum 15. Juni verfügt. Es handelt sich um Einwohner des Landkreises, die am Pfingstwochenende an einem von insgesamt vier Gottesdiensten teilgenommen haben, die die katholische Gemeinde St. Bernhard in Stralsund und Grimmen gefeiert hatte. Kurz nach Pfingsten wurde ein Priester der Gemeinde positiv auf das Coronavirus getestet. Neben dem Priester wurden bislang sieben weitere Teilnehmer der Gottesdienste positiv getestet, darunter fünf Stralsunder und ein Bewohner der Insel Rügen. Keiner der Infizierten müsse derzeit in einem Krankenhaus behandelt werden, hieß es. Der betroffene Priester hielt am Pfingstwochenende auch einen Gottesdienst in Demmin ab. Die Besucher dieses Gottesdienstes unterliegen vorerst nicht der rechtlich verbindlichen Quarantäne-Anordnung des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Gottesdienst-Teilnehmer in Quarantäne

Nordmagazin -

Rund 350 Personen sind nach Pfingstgottesdiensten im Landkreis Vorpommern-Rügen in Quarantäne. Ein Priester der Gemeinde wurde positiv auf das Coronavirus getestet.

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Landrat: Auch Kontaktpersonen zweiten Grades infiziert

Nach Angaben des Landrats von Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD), befinden sich 341 Personen in häuslicher Isolation. Wie Kerth am Sonntag dem NDR Nordmagazin sagte, sei das Besondere an der Situation mit den Gottesdiensten, dass bei den prophylaktischen Tests bei Kontaktpersonen zweiten Grades, die nicht in unmittelbarer Nähe zu den infizierten Personen waren, auffällig viele Infizierte dabei waren. "Deswegen haben wir diesen Kreis der häuslichen Isolation deutlich über das eigentlich übliche Maß erweitert", so Kerth weiter. Die Behörden würden nun weiter beobachten, ob sich in den nächsten Tagen Symptome zeigen. "Wir glauben, dass war eine gut abgewogene, richtige Entscheidung."

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"Alles tun, um weitere Infektionen zu vermeiden"

In ganz Vorpommern wurden inzwischen alle katholischen Gottesdienste vorerst abgesagt, wie das Erzbistum Berlin mitteilte. Insgesamt sechs Geistliche hätten sich freiwillig in Quarantäne begeben. "Dass ausgerechnet sich Menschen bei Gottesdiensten infiziert haben, hat viele sehr bestürzt", sagte Stefan Förner, der Sprecher des Erzbistums Berlin, zu dem die katholische Kirche in Vorpommern gehört, NDR 1 Radio MV. Förner geht davon aus, dass es auch am kommenden Wochenende in Vorpommern keine katholischen Gottesdienste geben werde. "Wir warten erst ab, wie sich alles weiter entwickelt. Wir müssen bis dahin alles tun, um weitere Infektionen zu vermeiden."  

Übertragung bei Ausgabe der Hostien?

Wie das Erzbistum Berlin weiter mitteilte, seien die betreffenden Gottesdienste von einem polnischen Priester durchgeführt worden. Es sei nicht auszuschließen, dass dieser Priester sich in den Tagen zuvor in Polen infiziert hat, denn im Landkreis Vorpommern-Rügen gab es seit Tagen keine bestätigte neue Infektion. Während der Gottesdienste in Demmin, Grimmen und Stralsund hatte der Priester zwar einen Mundschutz und Handschuhe getragen, dennoch könne es bei der Ausgabe der Hostien zu Berührungen zwischen ihm und den Gläubigen gekommen sein, hieß es vom Erzbistum.

Persönliche Gespräche vor und nach den Gottesdiensten möglich

Das Ausgeben der Hostien sei ein zentraler Bestandteil des katholischen Gottesdienstes, so der Sprecher weiter. In Zeiten der Online-Gottesdienste hätten viele Gläubige diese Praxis vermisst. Deshalb habe man sehr genau drauf geachtet, während des Präzensgottesdienstes alle Vorgaben einzuhalten. Der Sprecher wies aber auch darauf hin, dass es vor und nach den Gottesdiensten immer wieder persönliche Gespräche mit und unter den Gläubigen gebe. Dabei könne es vorkommen, dass manch einer die Regeln nicht immer einhalte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 08.06.2020 | 12:00 Uhr

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