Stand: 03.09.2015 18:38 Uhr  | Archiv

Bundeswehr und polnische Armee kooperieren

Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 fahren über den Übungsplatz Jägerbrück bei Torgelow. © picture-alliance Foto: Jens Büttner
Künftig wird ein polnisches Panzerbataillon in eine deutsche Brigade integriert. (Archivbild)

Deutschland und Polen wollen künftig auch bei ihren Streitkräften enger zusammenarbeiten. Hohe Generäle beider Staaten stimmten am Donnerstag in Neubrandenburg den Fahrplan für die Kooperation miteinander ab. In der Kaserne Am Hang berieten der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer und sein polnischer Amtskollege, Generalmajor Janusz Bronowicz, über die nächsten Schritte bei der geplanten Zusammenarbeit beider Streitkräfte. Sie sieht vor, künftig ein deutsches Panzergreandierbataillon unter polnisches und ein Panzerbataillon aus Polen unter deutsches Kommando zu stellen.

"Ein großer Vertrauensbeweis"

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges hält General Vollmer dieses Vorhaben für einen bemerkenswerten Schritt: "Das ist ein großer Vertrauensbeweis. Das ist ein kleiner, aber ganz wichtiger Schritt mit dem wichtigen Partner östlich unseres Landes." Auch der polnische General Bronowicz hält diese Zusammenarbeit in den künftig gemischten Einheiten für bedeutend und zukunftsweisend. Die Soldaten könnten einander besser kennenlernen und lernen, einander zu verstehen. "Dadurch werden sie gemeinsam effektiver", so Bronowicz.

Ein Prozess, der Zeit braucht

Die Verteidigungsminister beider Länder hatten im Oktober 2014 diese Zusammenarbeit beschlossen, jetzt wird sie umgesetzt. Doch ähnlich wie in anderen Bereichen auch, braucht die Integration von Einheiten in die jeweils andere Armee Zeit: "Die polnische Brigade und die deutsche Brigade haben jeweils unterschiedliche Verfahren. Die muss man lernen und üben", so General Volmer. "Das ist ein Prozess, der einfach Zeit braucht."

Sprachbarriere überwinden

Bis zum Jahr 2020 wird es also für beide Seiten jede Menge Übungen und Schulungen geben. Für die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 411 in Viereck bei Torgelow heißt das unter anderem, dass sie nicht nur ihr militärisches Handwerkszeug an die polnischen Abläufe anpassen müssen, es geht auch darum, sich vor allem bei der Sprache zu verbessern. In Zukunft steht vor allem viel Englisch - die NATO-Amtssprache - auf dem Programm.

Einsatzbereitschaft bis 2020 geplant

In fünf Jahren sollen beide Einheiten auf der jeweils anderen Seite voll integriert und einsatzbereit sein. "Das ist dann eine politische Entscheidung. Das müssen beide Regierungen entscheiden, das müssen die Parlamente entsprechend billigen und mit einem Mandat hinterlegen. Und genauso ist das dann ein Einsatz eines deutschen Truppenteils mit einer polnischen Brigade und umgekehrt: eines polnischen Bataillons mit einer deutschen Brigade", so General Vollmer. Wie und wo dieser mögliche Einsatz stattfinden wird, steht momentan noch nicht fest.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.09.2015 | 18:10 Uhr

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