Stand: 25.09.2016 10:30 Uhr

Brandbombe löst Großbrand in "Bombodrom" aus

Im Zuge einer Bombensprengung ist es auf dem auch als Bombodrom bekannten ehemaligen Truppenübungsplatz Wittstock (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) zu einem großflächigen Waldbrand gekommen. Dabei wurden in den vergangenen Tagen nach NDR Informationen rund 57 Hektar Wald zerstört. Seit dem Freitag ist das Feuer wieder unter Kontrolle. Eine riesige Rauchsäule war während des Brandes aufgezogen, die noch in 35 Kilometer Entfernung sichtbar war. Zahlreiche Notrufe aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gingen bei Polizei und Feuerwehr ein.

Alt-Munition auf altem Truppenübungsplatz

Ausgelöst wurde das Feuer offenbar bei Forst- und Räumungsarbeiten. Die Bundesforstverwaltung hatte auf dem ehemaligen Militärgelände in der Kyritz-Ruppiner Heide kontrollierte Abbrennarbeiten und Munitionsräumung durchgeführt. Das fast 120 Quadratkilometer große Areal war von 1952 bis 1993 durch die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) genutzt worden und nach Abzug der Besatzungstruppen bis 2011 durch die Bundeswehr weiterbetreiben worden. Da es unter anderem als Luft-Boden-Schießplatz diente, wird es auch Bombodrom genannt.

Phosphor entzündet sich

Aus dieser Zeit liegen auf dem Gelände immer noch große Mengen an Alt-Munition, diese muss nach und nach geräumt werden. Bereits am Dienstag war bei diesen Arbeiten eine 100-Kilogramm-Brandbombe gesprengt worden. Der darin enthaltene Phosphor soll sich bei der Sprengung Hunderte Meter weit verteilt haben und sich dann selbst entzündet haben. Dadurch entwickelte sich in den Folgetagen der Waldbrand, der sich umgerechnet über eine Fläche von 80 Fußballfeldern erstreckte.

Schwierige Löscharbeiten

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. Weil das Betreten der brennenden noch umgeräumten Flächen lebensgefährlich wäre, durfte die Feuerwehr auf dem Gelände nicht löschen. So schufen Forstmitarbeiter durch kontrollierte Gegenfeuer Brandschneisen, um so dem Feuer die Nahrung zu nehmen. Die Feuerwehr unterstützte sie, in dem sie Wasser an die Brände brachte.

Am Freitag setzten die Forstmitarbeiter die regulären Abbrennarbeiten fort. Den Angaben zufolge werden mehrere Sicherheitsstreifen um ein etwa 1.000 Hektar großes Gebiet errichtet. Dort soll ab Frühjahr 2017 nach Streuwaffen im Boden gesucht werden. Die kontrollierten Brände dienen zum Erhalt der Heidelandschaft, die sonst in kürzester Zeit bewaldet werden würde. Gleichzeitig hilft die Brandrodung bei der Bergung von im hohen Heidekraut versteckten Munitionsresten.

Weitere Informationen
Eine Karte mit den Waldbrandgefahrstufen in MV. Stand vom 10.05.2016. © Landesforst Mecklenburg-Vorpommern

So hoch ist die Waldbrandgefahr in den Landesteilen

Mit Hilfe dieser Karte des Landesforsts MV erkennen Sie die aktuellen Waldbrandwarnstufen der einzelnen Leitforstämter. So können Sie das Risiko für Ihre Region einschätzen. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.07.2016 | 13:00 Uhr

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