Stand: 07.07.2020 18:49 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Bildungsministerin Martin (SPD) will Landtagsmandat

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

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Bettina Martin kam 2019 aus Berlin nach Schwerin, um als Ministerin das Bildungsressort zu übernehmen.

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin strebt überraschend einen Sitz im Landtag an. Die SPD-Politikerin wird bei der Wahl im kommenden Jahr im südlichen Vorpommern antreten. Bei der Wahl 2016 holte die AfD hier mit dem unerfahrenen Kandidaten Jürgen Strohschein das Direktmandat. Zuvor war der Wahlkreis fest in der Hand der CDU. Martins SPD hatte bisher im südlichen Vorpommern mit der ehemaligen Kreisstadt Pasewalk im Mittelpunkt nur Außenseiterchancen. Jetzt will die Vertraute von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erstmals Wahlkampf für sich machen. Die 54-jährige hatte noch nie ein eigenes Mandat. Martin galt bisher als eine Frau aus der zweiten Reihe und eher als Politikerin ohne sozialdemokratischen Stallgeruch.

Kandidatur auf Wunsch Schwesigs

Sie freue sich auf die Region, auf die Menschen und die Themen, sagte die gebürtige Berlinerin am Montagabend in Löcknitz, wo sie sich dortigen SPD-Mitgliedern vorstellte. Der Süden Vorpommerns sei voller Potentiale. SPD-intern heißt es, Martin trete vor allem auf Wunsch von Schwesig an. Die Ministerpräsidentin hatte Martin im vergangenen Jahr aus Berlin nach Schwerin geholt und machte sie zur Bildungsministerin. Sie gab damit einem "Import aus Berlin" den Vorzug, "Eigengewächse" - also SPD-Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern - hatten das Nachsehen.

Nominierung im Frühherbst

Schwesig, die ebenfalls kein Landtagsmandat hat, erklärte bereits vor knapp vier Wochen, sie werde in Schwerin für einen Landtagssitz antreten. Die parteiinternen Nominierungen sollen im Frühherbst erfolgen. Schon jetzt bringen sich die Kandidaten in Stellung und werben parteiintern um Zustimmung. Umkämpft ist beispielsweise die Kandidatur im zweiten Schweriner Wahlkreis auf dem Großen Dreesch, der bisherige direkt gewählte SPD-Abgeordnete Jörg Heydorn tritt nicht wieder an. Dort bewerben sich gleich drei Kandidaten, wobei offenbar der einzigen Frau, der SPD-Stadtvertreterin Mandy Pfeifer, die besten Chancen eingeräumt werden. Im Wahlkreis Ludwigslust muss der bisherige Abgeordnete Dirk Friedriszik fürchten, nicht wieder aufgestellt zu werden, er bekommt parteiintern Gegenwind, der ehemalige Juso-Landeschef Christian Winter kandidiert ebenfalls. Auch in den anderen Parteien laufen bereits die Vorbereitungen auf die Landtagswahl im September 2021.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.07.2020 | 06:00 Uhr

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