Mit Bauschutt verunreinigter Sand am Strand, im Hintergrund die Stralsunder Werfthalle.  Foto: Ulrich Lange

Bauschutt am Strand: Staatsanwaltschaft prüft Anklage

Stand: 09.07.2021 12:06 Uhr

Nach der Lieferung von mit Bauschutt verunreinigtem Sand in Stralsund und in Parow prüft die Staatsanwaltschaft eine Anklage. Diese würde sich gegen den Bauunternehmer richten, der mit dem Transport des Sandes beauftragt war.

Der Unternehmer hatte nach ersten Erkenntnissen den klaren Auftrag, gereinigten Sand zu liefern. Das sei nach "objektivem Tatbestand" nicht erfolgt. Daher sei die Prüfung einer Anklage wegen Gewässerverunreinigung und illegalen Müllabladens gerechtfertigt. Zwar sei der Bauschutt als Recylingstoff vorgesehen gewesen, mit dem Zeitpunkt des Abladens mit Sand gelte er allerdings als Müll.

Bürgermeister nicht mehr im Fokus der Ermittlungen

Nicht mehr im Fokus der Ermittlungen stehen der Bürgermeister von Parow, Friedrich-Christian Seide, und der Stralsunder Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU). Sie werden nun als Zeugen befragt. Die Staatsanwaltschaft vertritt die Auffassung, keiner von beiden habe den verunreigten Sand vorsätzlich bestellt. Im Falle Badrows bleibe für die Staatsanwaltschaft noch die Frage zu klären, wann er von dieser Verschmutzung erfahren hat und wann er dann dagegen vorgegangen ist.

Staatsanwaltschaft will weitere Zeugen vernehmen

In den kommenden 14 Tagen will die Staatsanwaltschaft weitere Zeugen vernehmen, darunter die beiden Bürgermeister. Nach der Spurensicherung wurden die Strandabschnitte mittlerweile wieder freigegeben, sodass der verunreinigte Sand ausgetauscht wurde. Ende Juli will die Staatsanwaltschaft über die weiteren Schritte informieren.

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Reporter Mattes Klemme, Oberbürgermeister Alexander Badrow von Stralsund, Klaus Prokop, Geschäftsführer der PRIMUS Sellin GmbH am Strand von Stralsund Devin.  Foto: Ulrich Lange

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Oberbürgermeister Badrow entschuldigt sich

Im Stralsunder Stadtteil Devin war der Strand im Zuge einer Stranderneuerung mit Bauschutt verunreinigt worden. Mehr als 50 Anwohner hatten darraufhin den Stralsunder Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) und die Baufirma wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung angezeigt. Die Stadt Stralsund hatte nach Aussage von Badrow ein günstiges Angebot angenommen, um nach 15 Jahren den Strand in Devin zu erneuern und zu verbreitern. Eine Baufirma hatte daraufhin vor zwei Wochen damit begonnen, den neuen Sand von einer Selliner Baustelle zu transportieren. Anwohner fanden darin Bauschutt - darunter Styropor, Eisenbewehrungen, Glasscherben und scharfkantige Metallteile. Badrow entschuldigte sich mittlerweile für die "schwierige und ärgerliche Situation" und versprach bei NDR MV Live schnelle Abhilfe. Die Baufirma versprach, die Kosten für das Abtragen des Sandes zu übernehmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Mittagsschau kompakt | 05.07.2021 | 12:00 Uhr

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