Stand: 06.10.2018 11:46 Uhr

A20-Loch: Anwohner inspizieren Baustelle

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Der Bau der Behelfsbrücke soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. (Archivbild)

Rund 30 Anwohner der A20-Baustelle bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben sich am Sonnabendvormittag selbst ein Bild vom Fortgang der Bauarbeiten gemacht. Hartmut Kolschewski, Bürgermeister der Gemeinde Lindholz, die besonders unter dem Umleitungsverkehr zu leiden hat, hatte den Termin initiiert. Die Interessierten ließen sich von Ronald Normann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr über die Baustelle führen und drängende Fragen beantworten.

 

A20 Baustelle wird von AnwohnerInnen besichtigt

Loch in A20: Anwohner besichtigen Baustelle

Nordmagazin -

Anwohner der Baustelle an der abgesackten A20 bei Tribsees haben sich über den Fortschritt des Baus der Behelfsbrücke informiert. Sie sind durch den Umleitungsverkehr stark belastet.

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Behörde zuversichtlich

Während auf der Baustelle gearbeitet wurde, erklärte Normann, dass die Arbeiten wegen des moorigen Baugrunds deutlich schwerer seien als gedacht. Dennoch konnte er den Anwohnern Zuversicht geben, dass sich die Verkehrsbelastung bald reduzieren werde. Ende November oder Anfang Dezember soll die Behelfsbrücke über der Baustelle fertig sein. Ab diesem Zeitpunkt soll es auf jeden Fall weniger Staus in den Ortschaften geben.

Anwohner berichten von Belastungen

Normann erwähnte zudem, dass die beteiligten Baufirmen entsprechend hohe Preise aufrufen würden, weil die Autobahn möglichst schnell wieder befahrbar sein soll. Die Anwohner berichteten ihrerseits von Beeinträchtigungen durch den Umgehungsverkehr, der durch ihre Orte brummt. Ein Schäfer erzählte, dass er pro Tag rund 50 Euro an Mehrkosten habe, weil er große Umwege mit seiner Herde in Kauf nehmen müsse und mehr Personal benötige.

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A20-Loch: Erste Teile der Behelfsbrücke sind da

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"Man kann so eine Brücke nicht zaubern"

Der Besichtigungstermin wurde von den Teilnehmern überwiegend positiv aufgenommen. "Das ist sehr gut für viele, die zum Teil noch pessimistischer sind als wir", sagte eine Frau. "Die können sich angucken, was hier verbuddelt ist und dass das ein Haufen Arbeit ist. Man kann so eine Brücke eben auch nicht zaubern."

Versachlichung statt Gerüchte

Zu einer Versachlichung der Debatte beizutragen, war laut Bürgermeister Kolschewski auch die Idee, die hinter der Aktion stand. Er habe in letzter Zeit die abenteuerlichsten Gerüchte über angebliche Verzögerungen und Bauprobleme gehört. Durch die Möglichkeit, mit den zuständigen Fachleuten zu sprechen, könnten diese eingedämmt werden. Jetzt hoffen die Anwohner der Anliegergemeinden, dass die Behelfsbrücke tatsächlich zum Jahresende fertig wird.

Im Herbst 2017 war das Loch in der Fahrbahn der Autobahn entstanden und hatte sich immer weiter vergrößert - bis auf 100 Meter Länge. Als Ursache wird eine unzureichende Verankerung der Fahrbahn im moorigen Untergrund vermutet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.10.2018 | 12:00 Uhr

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