Das Forum

Nach dem Mauerfall

Montag, 24. Februar 2020, 20:30 bis 20:50 Uhr, NDR Info

Ladentheke mit Zeitungen der BRD-Presse. © NDR

"Der kurze Pressefrühling in der DDR"

NDR Info - Das Forum -

Pressefreiheit war in der DDR tabu. Nach dem Mauerfall gründeten sich viele neue Ostzeitungen. Die Westverlage beendeten den Aufbruch rasch mit Werbung und Dumpingpreisen.

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Der kurze Pressefrühling in der DDR
Ein Feature von Sebastian Friedrich

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"Die Andere Zeitung" (DAZ) entstand kurz nach der Wende und blieb ein Jahr am Markt.

Im Januar 1990 war es auch in der DDR soweit: Nach dem Mauerfall gründeten sich die ersten freien Zeitungen. Mehr als 100 in der gesamten DDR. In Leipzig war es die DAZ, ‚Die Andere Zeitung‘. Aus der Bürgerbewegung hervorgegangen wollte die Wochenzeitung DAZ im Osten eine neue Debattenkultur etablieren. Doch der ostdeutsche ‚Pressefrühling‘ endete schnell.

West-Verlage erobern ostdeutsche Presse-Landschaft

Die vier großen Westverlage - Burda, Springer, Bauer, Gruner und Jahr - drängten auf den ostdeutschen Markt. Rechtzeitig vor den Volkskammerwahlen im März 1990 bauten sie ein exklusives Verlagsvertriebssystem im Osten auf: mit viel Westwerbung und zu Dumpingpreisen, die nicht einmal die Produktionskosten deckten. Dagegen hatten die neu gegründeten Ost-Zeitungen keine Chance. Die DAZ existierte nur etwa ein Jahr.

Der kurze Pressefrühling in der DDR spiegelt die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen der turbulenten Wendezeit im Brennglas wider. Zeitzeugen – aus Ost- und Westdeutschland – blicken zurück auf den demokratischen Medienaufbruch, der durch die marktwirtschaftlichen Gesetze jäh beendet wurde.

Das Manuskript der Sendung
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Nach dem Mauerfall

Die ersten freien Zeitungen in den ostdeutschen Ländern waren schnell den West-Verlagen mit ihrer Marktmacht ausgesetzt. Zeitzeugen, wie Jan Peter, Mitgründer der DAZ, erinnern sich. Download (200 KB)