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Fremdenfeindlichkeit in Südafrika

Dienstag, 19. November 2019, 20:30 bis 20:50 Uhr, NDR Info

Ein Feature von Leonie March

Eine Straßenkreuzung, an der ein Laden geplündert wurde. © NDR Foto: Leonie March
Plünderungen, wie hier an einer Straßenkreuzung in Johannesburg, gehören zu den Gräueltaten der Afrophobie.

Zwei Meldungen vom Wochenende aus Südafrika: In Kapstadt löste die Polizei einen Sitzstreik von 180 Flüchtlingen gewaltsam auf, sie flohen in eine Kirche. In Pretoria wurden Ausländer, die vor einem UN-Büro campiert hatten, von der Polizei vertrieben, viele von ihnen festgenommen.

Seit mehr als zehn Jahren flammt in Südafrika immer wieder fremdenfeindliche Gewalt auf. Sie richtet sich nicht pauschal gegen alle Ausländer, sondern gegen Einwanderer aus anderen afrikanischen Staaten, der Begriff dafür: Afrophobie. Menschen werden auf bestialische Weise getötet, auf offener Straße angegriffen, ihre Häuser zerstört und Läden geplündert.

Fremdenfeindliche Argumentationen wie in Europa

Die Vorwürfe sind immer gleich: Frustrierte, arme Südafrikaner machen Einwanderer für ihre sozialen und wirtschaftlichen Probleme verantwortlich. Auch die Reaktion der südafrikanischen Regierung gleicht sich seit Jahren: Die Gewalt wird zwar verurteilt, meist aber als rein kriminell und nicht als fremdenfeindlich bezeichnet.

Viele der Täter werden nie verurteilt, obwohl die Taten häufig unter den Augen der Polizei stattfinden. Politiker schüren die fremdenfeindliche Stimmung in der Gesellschaft. Afrikanische Einwanderer und Flüchtlinge müssen als Sündenböcke herhalten.

Eine gezeichnete Weltkarte. © fotolia.com Foto: zagandesign

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