Stand: 17.09.2021 12:24 Uhr

Corona-Regeln: Das gilt derzeit im Norden

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen stieg seit Anfang Juli wieder an, Mitte September befindet sie sich noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz (Anzahl der in den vergangenen sieben Tagen stationär zur Behandlung aufgenommenen Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohner) gilt jetzt als wichtigste Größe für die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie - und nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen. Über die Maßnahmen können die Länder je nach regionaler Gegebenheit selbst entscheiden.

Zwar gelten im Norden weiter die meisten Lockerungen des Sommers, aber bei einem Bund-Länder-Treffen am 10. August wurde die sogenannte 3G-Regel zum Beispiel für Restaurants oder Veranstaltungen in Innenräumen vereinbart: Für einen Zutritt muss der- oder diejenige generell geimpft, genesen oder getestet sein. Die Bundesländer können die Regel aber bei niedrigem Infektionsgeschehen aussetzen. Für die Umsetzung sind die Länder in eigener Verantwortung zuständig. Steigt das Corona-Risiko an, wird unter Umständen auch die 2G-Regel (geimpft oder genesen, Tests reichen nicht aus) umgesetzt.

Die "Bundes-Notbremse", die ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 deutschlandweit einheitliche Regelungen vorgab, war zum 30. Juni 2021 ausgelaufen.

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gelten derzeit unterschiedliche Corona-Regeln. Hier finden Sie einige der wichtigsten Bestimmungen im Überblick:

Was bedeutet die 3G-Regel?

Nur Geimpfte, Genesene oder Getestete (3G) erhalten Zutritt zu Innenräumen von Behörden und anderen Einrichtungen wie Restaurants, Kinos, Fitnessstudios oder Krankenhäusern. Ausgenommen sind Kinder unter sieben Jahren und minderjährige Schüler, die regelmäßig getestet werden. Bei einem niedrigen Corona-Risiko kann die Regelung ausgesetzt werden. Antigen-Schnelltests dürfen nicht älter als 24 Stunden sein, PCR-Tests nicht älter als 48 Stunden. Gäste von Beherbergungseinrichtungen müssen bei der Anreise einen negativen Test vorweisen und diesen alle 72 Stunden wiederholen.
Bei der 2G-Regel reicht ein Test nicht aus, hier haben nur Geimpfte oder Genesene Zutritt.

Niedersachsen

Die aktuelle Corona-Verordnung in Niedersachsen läuft zum 22. September aus. Sie gilt seit dem 25. August und legt fest, dass nicht mehr der reine Inzidenzwert, sondern eine Kombination aus der Inzidenz, der Zahl von Corona-Patienten in den Krankenhäusern und der Belegung der Intensivbetten mit Corona-Patienten maßgeblich für entsprechende Einschränkungen des öffentlichen Lebens ist. Insgesamt gibt es drei Warnstufen und es gilt die sogenannte 3G-Regel. In der neuen Corona-Verordnung will Niedersachsen einen Schritt Richtung 2G-Regel machen. Gastronomie, Kultur- und Sportstätten sollen wählen dürfen, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen - oder ob sie an der 3G-Regel festhalten und auch Menschen mit negativem Corona-Test einlassen. Bei 2G würde im Gegenzug die Abstands- und Maskenpflicht fallen. Eine 2G-Pflicht soll ab Corona-Warnstufe 2 für die Innengastronomie und größere Veranstaltungen ab 1.000 Besuchern gelten. Der Entwurf für die neue Verordnung sieht auch vor, dass Kinder, die in die erste und zweite Klasse gehen, zukünftig keine Maske mehr tragen, wenn sie einen Sitzplatz in einem Unterrichts- oder Arbeitsraum eingenommen haben.

Aktuell gelten folgende Maßnahmen:

Großveranstaltungen: Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen sind unabhängig von der Warnstufe genehmigungspflichtig - es gilt die 3G-Regel - auch für Diskotheken. Maximal dürfen 25.000 Personen im Rahmen einer Veranstaltung zusammenkommen.

Kontaktbeschränkungen: Wenn keine Warnstufe aktiv ist und die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt stabil unter 50 liegt, gibt es keine Grenze für die Anzahl der Personen oder Haushalte, die sich treffen dürfen. Das gilt auch für Feiern, hier empfiehlt die Landesregierung allerdings, die 3G-Regel anzuwenden. Überschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt die Inzidenz von 50 oder gilt die Warnstufe 1, dann müssen bei Treffen von mehr als 25 Personen in geschlossenen Räumen alle einen Nachweis vorlegen, dass sie entweder geimpft, genesen oder getestet sind (3G). Das gilt auch für private Treffen. 

Tourismus: Bei Übernachtungen in beispielsweise Hotels, Pensionen und Ferienhäusern müssen Gäste zweimal wöchentlich einen negativen Corona-Test nachweisen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind.

Gastro: Gilt keine Warnstufe und liegt die Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt stabil unter 50, dann gilt im Innenbereich von beispielsweise Restaurants, Bars und Hotels eine Maskenpflicht bis zum Sitzplatz. Der Betreibende muss zudem die Kontaktdaten der Gäste dokumentieren. Diskotheken, Clubs, Shisha-Lokale und ähnliche Lokalitäten dürfen nur von Personen besucht werden, die nachweisen können, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Das gilt bei Warnstufe 1 oder einer Inzidenz über 50 in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt auch für andere gastgewerbliche Betriebe.

Einzelhandel: In allen Innenbereichen gilt generell die Pflicht, eine medizinische Maske zu tragen. Außerdem müssen Kunden die Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten und sind gehalten, auf Handhygiene zu achten. 

Bildung: Schulen und Kitas öffnen im eingeschränkten Regelbetrieb nach dem sogenannten Kohortenprinzip. An den ersten sieben Schultagen (vom 2. bis zum 10. September) galt für alle Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte eine tägliche Testpflicht. Nun sind drei Tests pro Woche vorgesehen. Für alle Schulformen und Jahrgänge gilt im ersten Monat nach den Sommerferien im Unterricht eine Maskenpflicht.

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Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein hat die 3G-Regel mit der neuen Verordnung zum 23. August umgesetzt. Ab 20. September gilt eine neue Verordnung, nach der bei 3G-Umsetzung die Beschränkungen nahezu vollständig entfallen. Außerdem führt das Land dann ein Ampel-Modell ein, dessen Basis die Hospitalisierungsrate sein wird.

Die aktuell geltenden Maßnahmen im Überblick:

Großveranstaltungen: Für sämtliche Veranstaltungen gelten weiter die Hygiene- und Kontaktvorgaben. Es wird unterschieden nach dem Charakter der Veranstaltung: Sitzungscharakter, Gruppenaktivität, Marktcharakter oder Veranstaltungen ohne Abstandsgebot. Es gilt innen wie außen die 3G-Regel.

Kontaktbeschränkungen: Es dürfen sich bis zu 25 Personen treffen. Kinder unter 14 Jahren sowie Genesene und Geimpfte werden hierbei weiterhin nicht mitgezählt.

Tourismus: Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe haben landesweit unter Auflagen geöffnet. Gäste müssen bei der Anreise aber einen negativen Test vorweisen und diesen alle 72 Stunden wiederholen. Vollständig Geimpfte (grundsätzlich zwei Impfungen und mindestens 14 Tage Abstand zur zweiten Impfung) und Genesene müssen keinen negativen Test vorlegen. Tagestourismus ist überall möglich.

Gastro: Zutritt zu den Innenräumen erhalten nur Geimpfte, Genesene oder Getestete, Kinder unter sieben Jahre und minderjährige Schüler, die per Bescheinigung nachweisen, dass sie im Rahmen des schulischen Schutzkonzeptes regelmäßig zwei Mal pro Woche getestet werden. Grundsätzlich dürfen maximal 25 Personen (unabhängig von den Haushalten) an einem Tisch sitzen. Sie müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen und auf festen Plätzen sitzen. Vollständig Geimpfte oder Genesene werden nicht mitgezählt. 

Einzelhandel: Alle Verkaufsstellen des Einzelhandels dürfen derzeit öffnen. Es gilt die Maskenpflicht im Laden selbst.

Bildung: In Kitas herrscht Normalbetrieb. Das Personal muss in der Regel Maske tragen. Schüler müssen vorerst weiter einen Mund-Nasenschutz in den Innenräumen der Schule tragen. Auf dem Schulhof kann die Maske abgesetzt werden. Das bewährte Testkonzept wird fortgeführt: Alle Schüler müssen sich zwei Mal in der Woche testen lassen. Geimpfte und Genesene müssen sich nicht testen lassen, dürfen das aber freiwillig tun.

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Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern hat ein Ampelsystem eingeführt, nach dem sich die Schutzmaßnahmen richten sollen. Das Modell hat vier Stufen (grün, gelb, orange und rot) und berücksichtigt zunächst die Auslastung der Krankenhäuser ("Hospitalisierung") und danach die Auslastung der Intensivstationen durch Corona-Patienten sowie die aktuellen Corona-Zahlen (Inzidenz). Das Ampelsystem sieht keine Schließungen, sondern nur noch Schutzmaßnahmen vor.

Die wichtigsten Regeln im Überblick:

Großveranstaltungen: Großveranstaltungen im Außenbereich mit bis zu 15.000 Gästen sind möglich, müssen aber mit einem Hygienekonzept und Tests abgesichert werden. Auch Märkte und Volksfeste dürfen wieder stattfinden, sind aber wie auch Großveranstaltungen genehmigungspflichtig. Ab Stufe "rot" müssen Großveranstaltungen von den Kreisen und kreisfreien Städten untersagt werden. Ausnahmen gelten für Veranstaltungen, für die die Veranstaltenden die 2G-Regel festgelegt haben.

Kontaktbeschränkungen: Es dürfen sich bis zu 30 Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen. Die Zahl der verschiedenen Haushalte ist nicht festgelegt. Geimpfte, Genesene und Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit. Ab Stufe "rot" gelten wieder umfangreichere Kontaktbeschränkungen für private Zusammenkünfte im öffentlichen und privaten Raum: drinnen bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten, draußen bis zu zehn Personen unabhängig von der Zahl der Haushalte. Private Feiern in der Gastronomie sind dann nur mit 30 Personen erlaubt. Vollständig geimpfte und genesene Personen werden bei diesen Kontaktbeschränkungen nicht mitgezählt.

Tourismus: Tourismus ist grundsätzlich möglich, auch Tagestourismus. Es gelten umfangreiche Hygienevorschriften. Gäste müssen bei der Anreise zu Hotels, Pensionen und Campingplätzen einen negativen Test vorweisen und in Landkreisen mit einer orangefarbenen Einstufung alle 72 Stunden wiederholen. Das gilt auch für Kinder ab dem Schulalter, für Geimpfte hingegen entfällt die Testpflicht.

Gastro: Die Gastronomie ist auch nach 0 Uhr landesweit offen - sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Es gilt die 3G-Regel. Familienfeiern sind mit bis zu 100 Personen erlaubt. Geimpfte, Genesene und Kinder zählen dabei nicht mit. Auf den Feiern ist auch Tanzen erlaubt, jedoch nur mit einem negativen Test.

Einzelhandel: In Geschäften gilt die Maskenpflicht.

Bildung: Seit dem 16. August gibt es in Schulen keine generelle Maskenpflicht mehr. Wenn eine kreisfreie Stadt oder ein Landkreis aber über einen längeren Zeitraum eine erhöhte Risikobewertung erhält, gilt in den dortigen Schulen die Maskenpflicht wieder.

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Hamburg

In Hamburg gilt die Maskenpflicht in vielen Bereichen nicht mehr. Seit dem 28. August 2021 haben zudem alle Restaurants, Clubs, Theater, Museen, Kirchen, Hotels, Tanz- und Musik-Clubs, Kultureinrichtungen, Sportstätten und sonstige Freizeit-Einrichtungen die Möglichkeit, nur noch Geimpfte und Genesene mit Nachweis bei sich zuzulassen ("2G-Option"). Im Gegenzug entfallen dann viele Auflagen. Die 3G-Regel gilt schon länger. Nach Krawallen darf seit dem 2. Juli 2021 im Stadtpark in den Nächten zum Sonnabend und zum Sonntag kein Alkohol mehr getrunken und auch nicht mitgeführt werden.

Derzeit gelten folgende Einschränkungen:

Seit dem 23. August gelten neue Fristen für die Gültigkeit von Corona-Tests in der Hansestadt: PCR-Testergebnisse können nur noch 48 Stunden lang vorgezeigt werden, die von Antigen-Schnelltests 24 Stunden.

Großveranstaltungen: Tanzveranstaltungen im Freien sind mit bis zu 250 Personen unter Auflagen möglich.

Kontaktbeschränkungen: Bis zu zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten dürfen sich nun sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien treffen. Private Feiern sind wieder möglich. Bei mehr als zehn Personen gelten Abstands- und Maskenpflicht - ebenso für drinnen eine Testpflicht. Geimpfte und Genesene werden nicht gezählt und sind von der Abstandspflicht befreit.

Tourismus: Hotels, Pensionen, Hostels und Campingplätze können wieder zu 100 Prozent belegt werden. Die Gäste müssen vor dem Beginn der Beherbergung sowie alle 72 Stunden einen negativen Corona-Test vorlegen. Auch Veranstalter von Stadt- und Hafenrundfahrten dürfen ihre Kapazitäten wieder vollständig nutzen. Für die Mitfahrt auf Barkassen oder in offenen Doppeldeckerbussen entfällt die Testpflicht. Kreuzfahrten sind wieder erlaubt. Jugendherbergen, die die 2G-Option nutzen, dürfen Schlafsäle ohne Personenbegrenzung belegen.

Gastro: Die Innen-Gastronomie ist unter Auflagen wieder geöffnet. So brauchen Gäste und Mitarbeiter einen negativen Corona-Test und die Besucher müssen feste Plätze haben. Ab 23 Uhr gilt für den Innenbereich eine Sperrstunde. Bars und Kneipen dürfen seit dem 22. Juni wieder Speisen und Getränke an Stehtischen anbieten, allerdings gelten dort eine Testpflicht, die Abstandsregeln und eine Pflicht zur Kontaktnachverfolgung. Der Verkauf von Alkohol ist von 22 bis 6 Uhr des Folgetages in ganz Hamburg untersagt. Ganztägig ist die Abgabe von Alkohol in Bechern, Gläsern oder Einweggetränkebehältnissen verboten. Gastronomie-Betriebe, die sich für das 2G-Modell entscheiden, müssen sich nicht an Kapazitätsbeschränkungen, Abstandsgebot, Sperrstunde und andere Auflagen halten. Die Maskenpflicht abseits vom Sitz- oder Stehplatz bleibt allerdings erhalten.

Einzelhandel: Alle Läden dürfen wieder öffnen - mit einer Personenzahlbegrenzung, die sich an der Verkaufsfläche orientiert. Die Maskenpflicht gilt weiter, auch vor den Geschäften. Eine Testpflicht gibt es nicht.

Bildung: Kitas sind im Normalbetrieb. In den Schulen gilt auf im Unterricht eine Test- und Maskenpflicht. Auch für Bildungseinrichtungen, die auf 2G setzen, entfallen Auflagen, etwa das Abstandsgebot oder die Obergrenze für Lerngruppen.

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NDR Info | 17.09.2021 | 14:00 Uhr

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