Jürgen Mantell, Präsident des Hamburger Sportbundes (HSB). © picture alliance / dpa Foto: Daniel Reinhardt

Hamburger Sportbund: Corona-Maßnahmen "treffen uns ins Mark"

Stand: 02.11.2020 07:01 Uhr

Der Hamburger Sportbund macht sich Sorgen um die Sportvereine der Stadt. Ab heute müssen alle Sportangebote im Amateur- und Freizeitsport bis zum Monatsende eingestellt werden.

Der Präsident des Hamburger Sportbunds (HSB) Jürgen Mantell, spricht von einer schwarzen Stunde für den Sport. "Die Maßnahmen treffen uns in Mark", sagte er am Sonntagabend im Gespräch mit NDR 90,3. Sportvereine, die auf Einnahmen aus Veranstaltungen und Vermietungen angewiesen sind, kämen langsam an ihre finanziellen Grenzen.

Hoffnung auf den Nothilfefonds

Hoffnung setzt der HSB deshalb auf finanzielle Hilfen von der Stadt. Hamburgs Sportsenator Andy Grote (SPD) hatte am Freitag einen zweiten, millionenschweren Nothilfefonds in einer Größenordnung von etwa vier Millionen Euro angekündigt. Der Fonds müsse noch mit den Bundeshilfen abgeglichen werden. Es handele sich dabei um nicht rückzahlbare Zuschüsse von bis zu 40.000 Euro pro Verein.

Sorgen und Kinder und Jugendliche

In Hamburg liegen noch keine genauen Zahlen über Vereinsaustritte vor – einige Clubs wie der Duvenstedter SV sprechen aber bereits von doppelt so vielen Austritten wie üblich. Eines der Hauptprobleme laut Mantell: Besonders Kinder und Jugendliche würden sich durch die Vereinsschließungen zunehmend vom Sport entfernen. Dennoch zeigt der HSB Verständnis für die Maßnahmen. Wegen der Pandemie und den rasend steigenden Infektionszahlen müsse man das akzeptieren. Das Ziel, Kontakte zu reduzieren, und der Vereinssport passten leider nicht zusammen, so Mantell.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.11.2020 | 07:00 Uhr

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