Vor einer Bar im Hamburger Stadtteil St. Georg steht ein Hinweisschild, welches auf den Einlass nach der 2G-Regel hinweist. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Hamburg: 540 Anmeldungen für 2G-Option

Stand: 03.09.2021 15:44 Uhr

Vor dem zweiten Wochenende, an dem die 2G-Regelung in Hamburg gilt, haben sich weitere Betreiber und Betreiberinnen in der Gastronomie sowie Veranstalterinnen und Veranstaltern dafür angemeldet.

Laut Senatskanzlei gibt es jetzt 540 Anmeldungen - damit sind es rund doppelt so viele wie am vergangenen Wochenende. Das seit letztem Sonnabend in Hamburg geltende 2G-Optionsmodell ist bislang bundesweit einmalig. Veranstaltende, Wirtinnen und Wirte können damit selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen - also auch aktuelle Tests akzeptieren.

Sperrstunde fällt weg bei 2G

In Gaststätten, in denen die 2G-Option gilt, können Tische wieder beliebig platziert werden, Masken müssen an festen Steh- und Sitzplätzen nicht mehr getragen werden und auch die Abstandspflicht entfällt. Es gibt keine Testpflicht mehr, die Sperrstunde ist aufgehoben - und es darf auch wieder getanzt werden. In Musikclubs, bei Livemusik-Veranstaltungen und bei Sport-Events sind in geschlossenen Räumen 1.300 Menschen erlaubt, draußen bis zu 2.000. Wenn getanzt wird, liegen die Höchstgrenzen draußen bei 750 und drinnen bei 150 Menschen. Das Personal ist für die Kontrolle der Impf- beziehungsweise Genesenennachweise der Gäste zuständig.

Kritik vom DGB

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hamburg sieht das 2G-Optionsmodell zunehmend kritisch. "Beschäftigte berichten darüber, dass ihnen von Arbeitgeberseite Druck gemacht wird, den eigenen Impfstatus offen zu legen oder dass versucht wird, durch 2G andere Schutzmaßnahmen zurückzunehmen, weil ja dann alle geimpft seien", sagte Hamburgs DGB-Chefin Katja Karger am Freitag. Problematisch sei auch, "dass manche Beschäftigte gar nicht wissen, welche Rechte sie haben und womöglich ohne Lohnfortzahlung nach Hause geschickt würden, weil sie ihren Impfstatus nicht mitteilen". Die rechtlich unklare Lage verunsichere Beschäftigte.

Zuletzt hatte eine nicht repräsentative Blitzumfrage der Handelskammer ergeben, dass rund die Hälfte von rund 190 Unternehmen die Regelung derzeit nicht nutzen wollen. Die Umfrage lief von Freitag vergangener Woche bis Montag. Rund 20 Prozent der Befragten wissen nicht, ob sie sich für oder gegen 2G entscheiden sollen. Ein Drittel nutzt dagegen schon die 2G-Option oder will das künftig machen.

Auch Handwerkskammer bekommt Anfragen

Laut Senat soll die 2G-Regel zunächst nur für Kultur, Gastronomie und Veranstalterinnen und Veranstalter gelten. Trotzdem bekommt auch die Handwerkskammer jede Menge Anfragen: Konditoreien, Bäckereien und Fleischereien fragen, ob 2G auch für den Mittagstisch gilt. Und auch Friseursalons haben Interesse an der 2G-Option. Deshalb fordert die Handwerkskammer, dass die Stadt den Unternehmen noch klarere Informationen an die Hand gibt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.09.2021 | 15:00 Uhr

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