Corona-Tests: Die Verfahren im Überblick

Stand: 21.11.2020 13:16 Uhr

Zum Nachweis einer Corona-Infektion gibt es unterschiedliche Testverfahren. Wie sicher sind diese? Darüber hat NDR.de mit der Leiterin der Krankenhaushygiene und Infektionsprävention der Asklepios-Kliniken in Hamburg, Susanne Wenner-Ziegler, gesprochen. Ein Überblick:

Der PCR-Test

Das Standardverfahren ist der PCR-Test (Polymerase Chain Reaction), wie er zum Beispiel im Testzentrum am Hamburger Hauptbahnhof verwendet wird. Der Abstrich wird von geschultem medizinischem Personal durchgeführt, ziemlich tief im Mund-Nasen-Rachenraum – was nicht immer angenehm ist. Das Wattestäbchen wird dann in einer geschlossenen Röhre in ein Labor geschickt. Das eigentliche Testverfahren dauert etwa vier bis fünf Stunden. Dabei wird das Erbmaterial der Viren - wenn denn eine Infektion vorliegt - so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann. Dafür reichen geringste Mengen in dem Nasen-Rachen-Abstrich. Expertin Susanne Wenner-Ziegler hält diesen Test für sehr empfindlich und sehr sicher.

Der Antigen-Schnelltest

Auch bei diesem Verfahren wird ein Nasen-Rachen-Abstrich genommen. Der wird auf einen Teststreifen gegeben, nach einem ähnlichen Prinzip wie bei einem Schwangerschaftstest. Falls das SARS-CoV-2-Virus in der Probe enthalten ist, reagieren Eiweißbausteine des Virus mit dem Teststreifen - und der verfärbt sich. Antigen-Tests sind leicht zu handhaben, sind vergleichsweise preisgünstig und schnell. Ein Ergebnis zeigt sich in weniger als 30 Minuten. Deswegen werden Antigen-Schnelltests häufig in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen vorgenommen. Laut Susanne Wenner-Ziegler gibt es bei diesen Tests einen höheren Anteil von positiv- oder negativ-falschen Tests als beim PCR-Verfahren. Dennoch hält sie die Sicherheit für relativ hoch.

Der Antikörpertest

Dieser Test reagiert, wie der Name sagt, auf körpereigene Stoffe, die erst nach einer Infektion gebildet werden. "Das heißt, zu Beginn der Infektion, wenn ich ansteckend bin, habe ich diese Antikörper vielleicht noch gar nicht“, sagt Wenner-Ziegler. Außerdem "wissen wir nicht, was es bedeutet, Antikörper zu haben. Wir wissen nicht, wie lange die bestehen bleiben und wie gut sie mich vor einem neuen Infekt schützen." Aus diesen Gründen hält Wenner-Ziegler diese Tests, wie man sie auch in Drogeriemärkten kaufen kann, nicht für zuverlässig.

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