Corona: Schulbetrieb in Hamburg wohl bis Februar eingeschränkt

Stand: 30.12.2020 06:28 Uhr

Der Betrieb der Schulen bleibt in Hamburg auch nach den Weihnachtsferien eingeschränkt. Die Infektionszahlen seien weiterhin hoch, erklärte der Senat am Dienstag. Präsenzunterricht startet womöglich erst ab Februar.

"Wir wissen zurzeit nicht, welchen Erfolg der Lockdown haben wird", erklärte Schulsenator Ties Rabe (SPD). "Aber aufgrund der anhaltend zu hohen Infektionszahlen ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass die Schulen in Hamburg wie in den anderen Bundesländern im Januar noch nicht zum regulären Präsenzunterricht zurückkehren werden."

Wahlmöglichkeit auch in der zweiten Schulwoche

Die Präsenzpflicht bleibe an Hamburger Schulen mindestens bis zum 17. Januar 2021 aufgehoben, heißt es in einer Mitteilung der Schulbehörde. Das habe der Senat am Dienstag beschlossen. Eltern sollen nun auch in der zweiten Schulwoche entscheiden können, ob ihre Kinder in der Schule oder zu Hause lernen. "Wir appellieren weiterhin an die Eltern, die Schülerinnen und Schüler möglichst zu Hause zu behalten", erklärte Rabe.

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Wohl kein Präsenzunterricht bis Ende Januar

Darüber hinaus gehe der Senat davon aus, dass auch in den folgenden, letzten beiden Januarwochen kein vollwertiger Präsenzunterricht in allen Klassenstufen stattfinden könne. "Hier müssen wir aber abwarten, wie sich die Lage tatsächlich entwickelt", erklärte Rabe im Gespräch mit dem Hamburg Journal. Der Senat werde das nach Abstimmung mit den anderen Bundesländern sowie unter Berücksichtigung der Infektionslage im Januar entscheiden.

Drei Modelle für Unterricht in zweiter Januarhälfte

Mit den Schulen seien dafür drei Varianten eingeübt, erklärte Rabe: "Entweder, dass wir den Präsenzunterricht in den Schulen mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen machen - so wie nach den Sommerferien. Oder, dass die Schülerinnen und Schüler bis auf wenige Ausnahmen zu Hause sind und dort lernen. Oder, dass die Schüler wechselseitig einen Tag in der Schule und einen zu Hause lernen." Diese drei Modelle könnten kurzfristig umgesetzt werden.

Regelung soll Sicherheit für Schulen schaffen

Rabe warb um Verständnis für die Entscheidung, mit der auf die derzeitige Infektionslage reagiert werde. "Mit der Verlängerung der bestehenden Regelung um eine Woche gewinnen wir Zeit und verschaffen den Schulen mehr Sicherheit und Vorbereitungszeit für die kommenden Wochen."

Kritik an Schulsenator

Rabe sieht sich indes derzeit harscher Kritik aus der Opposition ausgesetzt. Eine Studie, die im Auftrag der Hamburger Gesundheitsämter durchgeführt worden war, hatte festgestellt, dass bei einem Corona-Ausbruch an der Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude vor drei Monaten viele der Infektionen auf eine einzelne Person zurückgingen.

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Rabe: Corona wird auch in Schulen übertragen

Gegenüber den Hamburg Journal erklärte er: "Wir haben immer deutlich gemacht, dass es an den Schulen sehr wohl auch Infektionen gibt, dass auch dort Corona weiter übertragen wird, dass aber die meisten Schüler sich außerhalb der Schule anstecken". Gerade bei der Heinrich-Hertz-Schule sei von Anfang an auch die Öffentlichkeit darüber informiert worden, dass sich hier viele Schülerinnen und Schüler in der Schule infiziert hätten.

Studie aus Sicht des Schulsenators keine überraschende Nachricht

"Wir waren sogar immer von 34 Schülern ausgegangen", sagte Rabe. "Aufgrund der Untersuchung wird deutlich: Es waren 25 Schüler. Das ist insofern keine überraschende Nachricht. Im Gegenteil: Die ursprünglich sehr schlechte Nachricht wurde ein bisschen gemildert."

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