Bewohner der Obdachlosenwohnunterkunft Pik As gehen, begleitet von Polizisten zu Bussen von Hilfsorganisationen. Nach einem Corona-Ausbruch unter Obdachlosen sind 19 Bewohner der Unterkunft in Quarantäne gebracht worden. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Corona-Reihentestungen in Hamburgs Winternotprogramm

Stand: 26.04.2021 17:00 Uhr

Die Stadt Hamburg hat am Montag die Bewohner und Bewohnerinnen aller Winternotprogramm-Standorte auf das Coronavirus getestet. Je nach Testergebnis wurden die Obdachlosen im Anschluss an unterschiedlichen Orten untergebracht.

Bewohner der Obdachlosenwohnunterkunft Pik As gehen, begleitet von Polizisten zu Bussen von Hilfsorganisationen. Nach einem Corona-Ausbruch unter Obdachlosen sind 19 Bewohner der Unterkunft in Quarantäne gebracht worden. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Auch in der Obdachlosenunterkunft "Pik As" in der Neustadt sind Corona-Tests durchgeführt worden.

Obdachlose, die sich aktuell in Quarantäne befinden, deren Kontaktpersonen und negativ Getestete wurden so räumlich voneinander getrennt. Wie viele obdachlose Menschen dabei insgesamt positiv getestet wurden, konnte der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich, nicht sagen. Offenbar ist aber zumindest ein Test in der Unterkunft "Pik As" in der Neustädter Straße positiv ausgefallen. 18 Obdachlose, die möglicherweise Kontakt mit dem Infizierten hatten, wurden zum Standort des Winternotprogramms an der Schmiedekoppel in Niendorf gebracht. Hier sollen sie in Quarantäne gehen.

"Je nach Ergebnis werden die Bewohner auf verschiedene Einrichtungen verteilt", sagte Helfrich. Demnach wurden alle Personen mit einem negativen Test, in der Friesenstraße in Hammerbrook untergebracht. Andere Einrichtungen wurden zu Quarantäne-Standorten umfunktioniert.

Größerer Corona-Ausbruch Mitte April

Mitte April waren in einer Hamburger Unterkunft für Obdachlose 42 Corona-Infektionen festgestellt worden. 150 Menschen mussten deswegen von Hammerbrook nach Niendorf gebracht werden. Die Sozialbehörde hatte daraufhin beschlossen, alle Bewohnerinnen und Bewohner zu testen, da zwischen den Einrichtungen eine hohe Fluktuation bestehe.

Schnelle Impfung von Obdachlosen

Alle negativ getesteten Obdachlosen sollen nun schnell gegen das Coronavirus geimpft werden. Im Laufe der Woche werden 5.000 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson erwartet. Dieser ist für Obdachlose reserviert, denn er hat den Vorteil, dass bereits nach einer Injektion der vollständige Impfschutz besteht.

Um den obdachlosen Menschen eine Corona-Schutzimpfungen anbieten zu können und bis zur Impfung eine geschützte Unterkunft zu gewährleisten, sind die sechs Standorte des Winternotprogramms bis Ende Mai geöffnet. Das ist zwei Monate länger als normalerweise. Über das Winternotprogramm kann die Sozialbehörde nach eigenen Angaben ungefähr 1.000 Obdachlose erreichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.02.2021 | 16:00 Uhr

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