AstraZeneca in Hamburg für alle freigegeben

Stand: 14.05.2021 15:21 Uhr

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat sich im Interview mit dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen zur Freigabe des AstraZeneca-Impfstoffs für alle geäußert.

Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag nach Beratungen von Bund und Ländern mitgeteilt, dass bei Corona-Schutzimpfungen mit dem Mittel von AstraZeneca die Priorisierung aufgehoben werde. Wer mit dem Mittel geimpft werde, liege nun im ärztlichen Ermessen. Hamburgs Sozialsenatorin Leonhard sagte dazu, in Hamburg hätte sich die Frage der Freigabe für alle bislang nicht gestellt, da der Impfstoff von AstraZeneca im Impfzentrum vollständig verimpft worden sei.

Präparat wird im Impfzentrum nicht mehr verimpft

Bei den Haus- und Fachärzten könnten nun alle ab kommender Woche einen Impftermin mit AstraZeneca bekommen. Da sei die Priorisierung nicht mehr zu beachten. Wichtig sei, dass die Ärztinnen und Ärzte im Einzelfall gucken, ob das Mittel geeignet ist, oder ob eine Alternative besser ist. Im Impfzentrum werde das Mittel von AstraZeneca nicht mehr verimpft - dort gebe es nur noch geringe Mengen für Zweitimpfungen. Es gebe eine Vereinbarung mit der Bundesregierung, dass dieser Impfstoff in erster Linie den Arztpraxen zur Verfügung stehen soll.

"Guter Impfstoff mit sehr hoher Schutzwirkung"

Sie glaube nicht, dass es dazu kommen werde, dass es nicht genug Nachfrage für den Impfstoff von AstraZeneca gibt. Ihrer Meinung nach gibt weiterhin viele Interessierte. Sie betonte, bei AstraZeneca handele es sich um einen "guten Impfstoff" mit einer "sehr hohen Schutzwirkung". Bei dem Impfstoff war nach seltenen Fällen von Hirnvenenthrombosen die Impfempfehlung geändert worden. Das Mittel soll vor allem an über 60-Jährige verabreicht werden, weil die seltene Nebenwirkung vor allem bei Jüngeren und dabei vor allem Frauen aufgetreten war.

Appell: Impftermine absagen, wenn man nicht kommt

Leonhard sagte, es komme immer wieder vor, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Termine im Impfzentrum nicht wahrnehmen. Sie appellierte: "Wenn Sie einen Impftermin haben, nehmen sie ihn wahr. Wenn Sie ihn aus welchen Gründen auch immer nicht wahrnehmen können, sagen Sie ihn bitte ab." Es sei ärgerlich, wenn die Impflinge fehlten, andere Interessierte aber nicht nachrutschen könnten.

Erleichterungen für Geimpfte und Genesene

Sie erwarte, dass am Freitag im Bundesrat beschlossen wird, dass vollständig Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichgestellt werden und wieder mehr Rechte bekommen. Sie dürften dann auch ohne vorherigen Test zum Beispiel zum Friseur gehen. Eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung hatte der Bundestag am Donnerstag beschlossen. Um in Kraft zu treten, bedarf sie noch der Zustimmung des Bundesrats. Hamburg werde sich an die Verordnung halten, wenn sie beschlossen werde, sagte Leonhard.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Journal | 06.05.2021 | 19:30 Uhr

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