Stand: 22.06.2020 14:44 Uhr

Wohnungsbau in Hamburg: SAGA investiert weniger

In Hamburg hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA am Montag ihre Bilanz für das Jahr 2019 vorgelegt. Erstmals seit langer Zeit investiert die SAGA den Angaben zufolge weniger Geld.

Mehr als 2.000 Baubeginne

Die 2.017 Baubeginne im vergangenen Jahr erfüllen zwar exakt die Anforderung des Hamburger Senats, doch die Investitionen knickten nach Jahren der großen Steigerungen um sieben Prozent ein. SAGA-Chef Thomas Krebs erklärte: "Dieser Umstand ist begründet in der Verfügbarkeit von Baufirmen und Handwerkern und einer dramatisch überhitzten Baukonjunktur im vergangenen Jahr."

"Niedrig hängende Früchte sind gepflückt"

Auch der Mangel an Grundstücken erschwere den Wohnungsneubau in Hamburg: "Die niedrig hängenden Früchte sind in den vergangenen Jahren alle gepflückt worden. Jetzt stehen die schwierigen Grundstücke zur Entwicklung an, die aus gutem Grund zunächst links liegen gelassen worden sind." Die SAGA wagt sich nun zum Beispiel an kontaminierte Flächen heran, um sie zu säubern. Auch die Corona-Krise gehe nicht spurlos an der SAGA vorbei, sagt Krebs, doch es sei kein einziger Mitarbeiter erkrankt.

Mieterhöhungen wegen Corona ausgesetzt

Die 270.000 Mieter und Mieterinnen in SAGA-Wohnungen mussten im Durchschnitt 6,71 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete bezahlen. Das waren zwar 7 Cent mehr als im Jahr davor, aber 2 Euro günstiger als der Schnitt im Hamburger Mietenspiegel. Wegen der Corona-Krise habe die SAGA Mieterhöhungen bis zum 1. Juli 2020 ausgesetzt, sagte Vorstand Wilfried Wendel. Die Linke fordert allerdings ein Aussetzen von Mieterhöhungen bis zum Jahresende.

2.800 Mieterinnen und Mieter ließen sich laut SAGA wegen der Pandemie die Miete stunden - das ist nur jeder 50. "Wir werden wegen Zahlungsschwierigkeiten aufgrund Corona keinen Mieter kündigen oder diese gar räumen", betonte Wendel.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.06.2020 | 15:00 Uhr

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