Stand: 11.05.2020 17:43 Uhr

Von Rentner ausgetrickst: Falsche Polizisten vor Gericht

Vor dem Amtsgericht St. Georg sind seit Montag zwei mutmaßliche Mitglieder einer Trickbande angeklagt. Die 35 und 36 Jahre alten Männer haben gestanden, als angebliche Polizisten bei einem 80-jährigen Mann im Hamburger Stadtteil Winterhude Geld abgeholt zu haben. Allerdings hatte der Rentner den Trick durchschaut und die echte Polizei alarmiert.

Rentner spielte zum Schein mit

Der 80-Jährige war Ende Januar zum Schein auf die Forderungen der angeblichen Beamten eingegangen. Die hatten ihn angerufen und behauptet, bei einem Einbrecher sei ein Zettel mit seiner Adresse gefunden worden. Sein Geld sei nicht mehr sicher und er solle es besser der Polizei aushändigen. Der Rentner stimmte zu und alarmierte parallel die echte Polizei.

In Hamburg stehen zwei Angeklagte vor Gericht, die sich als Polizisten ausgegeben haben sollen. © NDR Foto: Elke Spanner
Einer der Angeklagten verdeckt sein Gesicht.

Als die beiden Angeklagten kamen, um sein Geld und Gold abzuholen, wurden sie verhaftet. Nun sitzen sie vor dem Amtsgericht St. Georg und behaupten, sie seien wirklich nur kleine Boten gewesen. Sie hätten nicht einmal gewusst, worum es bei ihrem Auftrag ging.

Der nächste Prozess kommt wohl bald

Am Mittwoch soll das Urteil für die beiden verkündet werden. Das dürfte aber nicht der letzte Prozess in dieser Sache gewesen sein. Der 80-Jährige hat nämlich auch die Stimme des mutmaßlichen Anrufers in einer Datenbank der Polizei wiedererkannt. Der konnte in der Türkei festgenommen werden, so dass es demnächst womöglich einen Prozess gegen einen der Hintermänner geben wird.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.05.2020 | 18:00 Uhr

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