Stand: 26.11.2019 16:40 Uhr

Tödliche Schüsse in Lohbrügge: Mann vor Gericht

Mann auf dem Lohbrügger Marktplatz erschossen. © TV News Kontor Foto: Screenshot
Die Tat ereignete sich Ende Juni am Lohbrühgger Markt.

Fünf Monate nach den tödlichen Schüssen auf einen 26-Jährigen in Hamburg-Lohbrügge hat am Dienstag der Mordprozess vor dem Landgericht begonnen. Die Anklage wirft dem 29-Jährigen Mord und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Laut Staatsanwaltschaft soll sich der Angeklagte am frühen Abend des 27. Juni mit dem 26-Jährigen und zwei weiteren Männern am Lohbrügger Markt getroffen haben, um über Streitigkeiten wegen Drogengeschäften zu reden.

In den Rücken geschossen

Dabei habe der 29-Jährige plötzlich eine halbautomatische Waffe hervorgeholt und auf den jüngeren Mann geschossen. Dieser hatte sich bereits umgedreht, um zu fliehen, als ihn zwei Kugeln in den Rücken trafen. Der 26-Jährige starb noch am Tatort. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus. Sollte sich die Tat tatsächlich so abgespielt haben, dann war es wie eine Hinrichtung. Vor der Polizei hatte der angeklagte Schütze alles als Notwehrsituation beschrieben. Er habe an einen Angriff des anderen Mannes geglaubt.

Mann stellte sich

Der 29-Jährige soll zunächst in eine Shisha-Bar gegangen sein. Dann stellte er sich der Polizei und gab dort die Schusswaffe ab. Die Tat wurde nach damaligen Polizeiangaben vor zahlreichen Zeugen verübt. Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes versorgte einige von ihnen und mehrere Angehörige des Opfers. Die Polizei hatte zunächst auch die beiden Begleiter des Opfers, zwei Männer im Alter von damals 41 und 43 Jahren, festgenommen, sie dann aber wieder freigelassen.

Der Angeklagte äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Er überlege noch, ob er dies beim nächsten Verhandlungstermin am Freitag tun werde. Die Eltern des Opfers sind Nebenkläger in dem Prozess.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.11.2019 | 17:00 Uhr

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