Stand: 14.02.2020 18:26 Uhr

Tödliche Schüsse in Lohbrügge: Elf Jahre Haft

Im Prozess um tödliche Schüsse auf einen 26-Jährigen in Lohbrügge hat das Landgericht den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren wegen Mordes verurteilt. Der 29-jährige Hamburger sei voll schuldfähig und habe nicht in Notwehr gehandelt, sagte die Vorsitzende Richterin am Freitag.

Streit bei Drogengeschäften

Polizisten stehen nach einem Mord im Hamburger Stadtteil Lohbrügge am Tatort. © picture alliance /dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Die Tat ereignete sich am 27. Juni 2019 am Lohbrügger Markt.

Ihren Angaben zufolge traf sich der Angeklagte am 27. Juni 2019 mit dem 26-Jährigen und zwei weiteren Männern am Lohbrügger Markt, um über Streitigkeiten wegen Drogengeschäften zu reden. Dabei habe der 29-Jährige plötzlich eine Waffe hervorgeholt und auf den jüngeren Mann geschossen.

Keine lebenslange Freiheitsstrafe

Normalerweise bedeute Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe, erklärte die Richterin. Doch es gebe "außergewöhnliche Umstände" zu berücksichtigen - unter anderem die vom Opfer aufgebaute Drohkulisse. Deshalb bekomme der Angeklagte diese etwas mildere Strafe.

Verteidigung: Kein Mord

Zuvor hatte der Verteidiger in seinem Plädoyer betont, dass es sich aus seiner Sicht nicht um einen Mord handele. Kein Mordmerkmal sei erfüllt, sagte der Anwalt. Sein Mandant habe irrtümlich geglaubt, sein Kontrahent habe zu einer Waffe greifen wollen. Der Angeklagte sei angesichts der Drohkulisse überzeugt gewesen, in einer Notsituation zu sein und keine andere Wahl zu haben - und habe deshalb selbst eine Pistole hervorgeholt und geschossen.

Angeklagter: "Würde die Zeit gerne zurückdrehen"

Der Angeklagte äußerte sein Bedauern. "Ich habe mir nie gewünscht, dass ein Mensch stirbt", sagte der 29-Jährige am Freitag in seinem sogenannten letzten Wort. Wenn er einen Wunsch frei hätte, dann würde er die Zeit gerne zurückdrehen. Der Angeklagte betonte, er sehe den Schmerz und die Trauer der Familie. Er hoffe, dass "sie ihren Frieden finden werden". Täter und Opfer sollen laut Nebenklage als Kinder befreundet gewesen sein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.02.2020 | 19:00 Uhr

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