Stand: 23.01.2020 08:16 Uhr

Senat überlässt jüdischer Gemeinde Grundstück

Der Joseph-Carlebach-Platz, ehemals Bornplatz, im Hamburger Grindelviertel. © NDR Foto: Tina Zemmrich
Der einstige Bornplatz heißt heute Joseph-Carlebach-Platz. Dort sind die Grundrisse der ehemaligen Synagoge zu sehen. Im Hintergrund befindet sich das Grundstück, um das es geht.

Der Senat will der Jüdischen Gemeinde Hamburg am Joseph-Carlebach-Platz ein Grundstück mit einem Gebäude für die kommenden 60 Jahre kostenfrei überlassen. Die historische Verantwortung gebiete das, heißt es in einer Vorlage für den Haushaltsausschuss, der am Freitag tagt.

Gemeinde ist gewachsen

Für den Senat ist es Grund zur Freude, dass die Jüdische Gemeinde Hamburg auf etwa 2.500 Mitglieder gewachsen ist und daher dringend weitere Büro- und Gemeindeflächen braucht. Gefunden wurden diese auf einem Grundstück, das direkt an die Gemeinde in der Binderstraße angrenzt. Nicht nur das spreche dafür, der Gemeinde das Grundstück und ein darauf stehendes Gebäude der Uni zu überlassen. In der Vorlage werden auch historische Gründe genannt: Denn in genau diesem Umfeld befand sich auch die frühere Bornplatz-Synagoge.

60 Jahre Erbbaurecht

Aus diesem Grund und weil die Gemeinde ihre Grundstücke während des Nazi-Regimes zwangsweise hatte verkaufen müssen, verzichtet die Stadt auf Pachteinnahmen. Die Gemeinde soll ein über 60 Jahre laufendes Erbbaurecht erhalten, das unentgeltlich sein soll. Im Klartext: Die Stadt verzichtet während der Laufzeit auf Einnahmen von etwas über 5,2 Millionen Euro. Auch die anfallenden Notar- und sonstigen Kosten von rund 450.000 Euro würde die Stadt tragen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.01.2020 | 09:00 Uhr

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