Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) zu Gast beim NDR  Foto: Kathrin Otto

Rabe: Weitere Begrenzung des Präsenzunterrichts denkbar

Stand: 12.01.2021 09:19 Uhr

In der Corona-Krise gibt es zahlreiche Probleme an Hamburgs Schulen. Schulsenator Ties Rabe (SPD) beantwortete am Dienstag bei NDR 90,3 Fragen von Hörerinnen und Hörern.

Schulsenator Rabe denkt über eine Begrenzung des Präsenzunterrichts an den Grundschulen nach. Den Hamburger Eltern ist es bis Ende Januar wegen der Corona-Pandemie freigestellt, ob sie ihre Kinder in die Schulen schicken. Während das an den Gymnasien kaum in Anspruch genommen wird, kommen in die Grundschulen sehr viele Schülerinnen und Schüler. Im Schnitt geht dort noch jedes fünfte Kind zur Schule. Rabe: "Wenn die Teilnahmequoten an den Grundschulen so hoch werden, dass das in Wahrheit nicht mehr vernünftig darstellbar ist, dann müssen wir vielleicht auch hier Regeln einführen. Zurzeit ist das aber noch nicht geplant."

Technische Probleme: Programme und Netze unzureichend

Angesichts der technischen Probleme beim Homeschooling kündigte Rabe an, die Technik für den Digital-Unterricht auszubauen. Am Montag und am Dienstag hatte es an vielen Schulen Probleme bei Videokonferenzen gegeben. Schuld war eine Panne beim bundesweiten Anbieter IServ. Rabe sagte: "Die erheblich hohen Nutzungen stoßen jetzt an Grenzen. Die Grenzen sind einerseits bei den Programmen selber, der andere limitierende Faktor ist leider das städtische Datennetz, auf das die gesamte Hamburger Verwaltung zugreift." Man habe die Leistungsfähigkeit vervierfacht. "Aber auch das ist zu wenig, gemessen daran, was wir jetzt brauchen." Zur weiteren Netz-Verstärkung und zum WLAN-Ausbau will der Schulsenator heute in der Landespresskonferenz Einzelheiten bekannt geben.

Aus strengen Datenschutzgründen können staatliche und städtische Einrichtungen Programme wie Zoom oder Microsoft Teams nicht nutzen. "Das ist tatsächlich schade und stellt uns schon vor große Herausforderungen, denn die Ausweichprogramme, die wir wählen müssen, haben eben nicht die Marktpräsenz und damit auch nicht immer diese Störungssicherheit", sagte Rabe. Dem Schulsenator zufolge hat die Stadt sei März rund 45.000 weitere Laptops und Tablets für die Schulen angeschafft. "Kein anderes Bundesland hat auch nur annähernd so viele Tablets und Laptops gekauft gemessen an der Schülerzahl." Mindestens 90 Prozent der insgesamt rund 62.000 Geräte würden seines Wissens nach derzeit auch eingesetzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.01.2021 | 07:00 Uhr

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