Stand: 08.01.2019 18:23 Uhr

Prozess gegen offenbar korrupten Kripo-Mann

Ein ehemaliger Kriminalbeamter muss sich seit Dienstag wegen bandenmäßigen Diebstahls und weiterer Vorwürfe vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Der 31-Jährige soll mit Zuhältern und anderen Rotlichtgrößen zusammen Straftaten begangen haben, um sein Gehalt aufzubessern.

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Prozessauftakt gegen Ex-Polizisten

Hamburg Journal 18.00 -

Ein mutmaßlich korrupter Polizist steht seit Dienstag vor dem Landgericht. Er soll mit vier weiteren Männern unter anderem Hausdurchsuchungen vorgetäuscht und dabei Tausende Euros erbeutet haben.

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Beute bei falschen Durchsuchungen

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem vor, im vergangenen Januar als Polizist zusammen mit vier Mitangeklagten bei einer Wohnungsdurchsuchung mit gefälschtem Durchsuchungsbeschluss fast 13.000 Euro Bargeld gestohlen zu haben. Kurz zuvor sollen die Angeklagten eine andere Wohnung im selben Gebäude unrechtmäßig durchsucht haben, machten dort aber keine Beute, weil sie die Anschriften verwechselt hatten.

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Der ehemalige Kripo-Beamte (M.) soll mit vier weiteren Männern unter anderem Hausdurchsuchungen vorgetäuscht haben.

Die Bandenmitglieder - neben dem Polizisten vier Deutsche im Alter von 30 bis 34 Jahren - sollen im Dezember 2017 Taten dieser Art verabredet und dem Kripobeamten monatlich 1.500 Euro versprochen haben. Als Anzahlung habe er 500 Euro in bar erhalten. Für kleinere Dienste wie das Abfragen von Kennzeichen, Anschriften oder Vorstrafen sollte der Polizist jeweils 50 bis 100 Euro bekommen. Tatsächlich sei das Geld nur sehr zögerlich geflossen.

Polizeifunk abgehört

Laut Anklage machte der Polizist auch bei zwei versuchten Aufbrüchen von Geldautomaten mit. Während der Taten saß er ganz in der Nähe im Dienstwagen und hörte den Polizeifunk ab, um seine Komplizen schnell vor seinen Kollegen warnen zu können. So ging es offenbar immer weiter, über ein halbes Jahr lang. Neun Straftaten wirft die Staatsanwältin dem Polizisten vor. Dafür, sagte sie zum Prozessauftakt, erwarte sie eine Gefängnisstrafe von mindestens viereinhalb Jahren für den Polizisten. Ihm droht außerdem ein Verlust seines Beamtenstatus.

Der ehemalige Kriminalbeamte sitzt seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Er soll spielsüchtig gewesen sein. Am kommenden Montag wird er sich wahrscheinlich zu den Vorwürfen äußern. Die Strafkammer hat insgesamt 21 Folgetermine bis zum 8. Mai angesetzt.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 08.01.2019 | 19:30 Uhr

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