Stand: 25.01.2020 09:51 Uhr

"Pik As" soll abgerissen und neu gebaut werden

Blick auf das Gebäude der Obdachlosenunterkunft "Pik As" in der Hamburger Neustadt. © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz
Im "Pik As" in der Neustädter Straße kommen obdachlose Männer unter. Es gilt als die älteste Obdachlosenunterkunft in Deutschland.

Ein Bett, eine warme Mahlzeit und eine Dusche: Das "Pik As" versorgt Obdachlose in Hamburg mit dem Nötigsten - und das bereits seit mehr als 100 Jahren. Nun soll das 1913 als "Polizei-Asyl" errichtete Gebäude in der Neustadt abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Am gleichen Standort soll in vier Jahren eine moderne, zeitgemäße Einrichtung entstehen. Dafür investiert die Stadt knapp 13 Millionen Euro.

Mehr Zimmer, aber nicht mehr Obdachlose

Der Neubau soll dann komplett barrierefrei sein. Geplant sind mehr Zimmer als bisher, die allerdings mit weniger Menschen belegt werden. Die Zahl der Schlafplätze soll insgesamt gleich bleiben: Bis zu 330 wohnungslose Männer können derzeit dort übernachten.

Das neue "Pik As" soll auch Platz für die Schwerpunktpraxis bieten, die bisher in einem Behelfs-Bungalow vor der Einrichtung untergebracht ist. Sie wird außerdem um einige Krankenzimmer ergänzt. Bisher gab es dort keine Möglichkeit, erkrankte Obdachlose längerfristig zu versorgen. Mehr Platz soll es auch für junge Wohnungslose geben. Bis zu 72 Plätze in Doppelzimmern sind für junge Männer in einem Extra-Gebäudeteil mit eigenem Zugang geplant.

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Übergangslösung steht noch nicht

Zudem sollen der Bäder-Bereich erweitert und eine ehrenamtlich betriebene Küche mit einem Aufenthalts- und Speiseraum für bis zu 60 Menschen eingerichtet werden. Bereits Anfang kommenden Jahres soll das "Pik As" für die Dauer der Bauzeit in einen Ausweichstandort umziehen. Wohin genau, steht allerdings noch nicht fest.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.01.2020 | 10:00 Uhr

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