Moia will in Hamburg selbstfahrende Fahrzeuge einsetzen

Stand: 15.09.2021 21:34 Uhr

Der Fahrdienst Moia will in Hamburg selbstfahrende Autos einsetzen. Bis 2025 soll ein Teil der Flotte auf sogenannte Robo-Shuttles umgestellt werden. Die ersten Testfahrten starten noch in diesem Jahr.

Östlich der Alster, in den Stadtteilen Winterhude, Uhlenhorst und Hohenfelde fängt Moia zunächst damit an, das Straßennetz für seinen autonom fahrenden Wagen zu vermessen. Der graue Bus wird dann regelmäßig dort zu sehen sein. Er ist ausgestattet mit Radar, Laser, Kameras und Mikrofonen. Mindestens drei Jahre läuft die Testphase - auch schon mit Fahrgästen. Bis zur Serienreife wird aber immer Personal mit an Bord sein, das in einem Notfall eingreifen kann.

Mehr Flexibilität mit Robo-Shuttles

Moia-Chef Robert Henrich sagte, man sei mit autonomen Fahrzeugen nicht mehr daran gebunden, Fahrer zu finden - was eine große Herausforderung darstelle. Außerdem könne man die Robo-Shuttles sehr flexibel einsetzen, wenn man wolle rund um die Uhr. Einen kompletten Umstieg werde es jedoch nicht geben, schon allein, weil es immer Fahrgäste geben werde, die eine helfende Hand bräuchten - etwa mit schwerem Gepäck oder beim Ein- oder Ausstieg mit einem Rollstuhl.

Robo-Shuttles sollen Hamburg-Takt mit ermöglichen

Laut Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) ist der angestrebte Hamburg-Takt von maximal fünf Minuten Wartezeit bis zu einem ÖPNV-Angebot nur mit serienreifen Robo-Shuttles machbar. Denn die könnten Tag und Nacht auch die Randbezirke zuverlässig bedienen. Laut Moia muss dafür aber die Flotte von derzeit 500 Fahrzeugen um ein Vielfaches wachsen.

Ab 2025 soll es dann beides geben: selbstfahrende Moia-Fahrzeuge und solche mit menschlichen Fahrerinnen und Fahrern. Bis dahin soll die Testphase für Vertrauen bei den Hamburgern und Hamburgerinnen sorgen.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.09.2021 | 17:00 Uhr

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