Stand: 15.05.2018 20:40 Uhr

Messerattacke: Grote sieht keine Behördenfehler

Vor mehr als einem Monat schockierte die Tat viele Hamburger: Am Jungfernstieg wurden eine Frau und ihre einjährige Tochter niedergestochen. Das Kind starb noch am Tatort. Die Mutter erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus. Was wussten die Behörden über den 33-jährigen Angreifer aus dem Niger, der auch der Vater des Mädchens ist? Ist etwas versäumt worden, das die Tat hätte verhindern können? Mit solchen Fragen hat sich am Dienstagabend auf Antrag der CDU der Innenausschuss der Bürgerschaft befasst.

Sehr viele Blumen liegen auf dem Boden mit einem Kuscheltieren.

Innenausschuss zur Messerattacke am Jungfernstieg

Hamburg Journal -

Einen Monat nach der tödlichen Messerattacke auf eine Frau und ihr Baby am Hamburger Jungfernstieg hat sich der Innenausschuss des Senats auf Anfrage der CDU mit der Tat beschäftigt.

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Behördenfehler konnte Innensenator Andy Grote (SPD) zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennen: "Szenarien, die so ähnlich sind wie diese, wo es auch zu Spannungen kommt, haben wir ehrlicherweise ziemlich häufig. Wir müssen jetzt einfach noch mal gucken, ob wir hier in diesem Sachverhalt etwas finden, bei dem wir sagen: Mensch, wenn wir da ein bisschen mehr gemacht hätten."

Mann forderte vergeblich das Sorgerecht

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Hamburgs Polizeipräsident Meyer und Innensenator Grote sichten vor der Sitzung des Innenausschusses Akten zu der Tat.

Vertreter der Justiz- und der Ausländerbehörde bestätigten im Ausschuss die schon bekannte Vorgeschichte der Tat. Demnach hatte der 33-Jährige um das Sorgerecht für seine Tochter gekämpft. Seine befristete Aufenthaltsgenehmigung war ihm nach Bestätigung der Vaterschaft erteilt worden. Das Familiengericht habe aber bei einer Verhandlung einen Tag vor der Tat deutlich gemacht, dass es seinem Antrag auf gemeinsames Sorgerecht nicht stattgeben werde.

Gegen den 33-Jährigen wurde bereits wegen einer angeblichen Todesdrohung gegen seine Ex-Partnerin ermittelt. 2017 war ein Kontaktverbot für mehrere Monate verhängt worden. Das Familiengericht hatte den Vater zu einem Anti-Aggressionstraining verpflichtet. Außerdem sollte er sein Kind nur noch in Begleitung von Mitarbeitern des Jugendamts sehen. Nach Angaben der Behördenvertreter gab es auch ein Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung. Dazu wollen die Abgeordneten auf einer Sitzung des Sozialausschusses der Bürgerschaft Vertreter des Jugendamtes befragen.

Staatsanwalt schildert Ablauf der Tat

Zum Tatablauf sagte Oberstaatsanwalt Lars Mahnke, Täter und Opfer seien schon an der S-Bahnstation Stadthausbrücke aufeinandergetroffen und seien gemeinsam zur Station Jungfernstieg gefahren. Dort verletzte der 33-Jährige das Kind so schwer, dass es sofort starb. Die Mutter sei ihren schweren Verletzungen knapp zwei Stunden nach der Tat im Krankenhaus erlegen.

Die beiden Opfer waren nach früheren Angaben der Behörden in Begleitung eines weiteren Kindes der Mutter und ihres neuen Freundes unterwegs gewesen. Nach diesem Mann, der nach der Tat verschwunden war, hatte die Polizei öffentlich gefahndet. Daraufhin hatte er sich gemeldet. Er werde in keiner Weise beschuldigt, betonte Mahnke. Seine Aussagen korrespondierten allerdings nicht hundertprozentig mit dem bekannten Tatablauf, vor allem was den Angriff auf die Frau angehe.

Vorwurf lautet zweifacher Mord

Der 33-jährige Beschuldigte sitzt seit der Tat am 12. April in Untersuchungshaft und ist nach Angaben des Oberstaatsanwalts im Wesentlichen geständig. Er war kurz nach der Tat festgenommen worden. Ihm werde zweifacher Mord vorgeworfen, weil die Mordmerkmale der Heimtücke und der niederen Beweggründe vorlägen, sagte Lars Mahnke.

Tödliche Messerstiche am Jungfernstieg

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.05.2018 | 20:00 Uhr

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