Stand: 01.03.2020 20:16 Uhr

Masernimpfung: Hamburgs Kitas sehen sich gewappnet

Eine Impfspritze liegt auf einem Impfausweis, auf dem das Wort "Masern" gut zu lesen ist. © imago images Foto: Christian Ohde
Ab dem 1. März ist die Masernimpfung in einigen Bereichen verpflichtend.

In Schulen und Kitas gilt von Sonntag an die Masernimpfpflicht. Eltern müssen dann nachweisen, dass ihre Kinder geimpft sind. Für Kinder, die am Stichtag bereits zur Kita oder zur Schule gehen, muss der Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erfolgen. Nachweisen könne man den Impfschutz sowohl mit dem Impfpass als auch mit dem gelben Kinderuntersuchungsheft, teilte die Hamburger Gesundheitsbehörde mit. Sie klärt mit der Kampagne "Nicht alle Pünktchen bringen Glück" über die Impfpflicht auf.

"Impfen schützt - nicht nur Geimpfte, sondern uns alle, weil die Verbreitung dadurch verringert wird", sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). "Kinder sollen in Hamburgs Kitas sicher aufwachsen, vermeidbare Infektionen wollen wir deswegen verhindern." Wer Auto fahre, müsse sich anschnallen - und wer eine Kita besuche oder in einer arbeite, müsse geimpft sein.

Kitas sehen sich für Masernimpfung gewappnet

Im November 2019 hat der Bundestag die Impfpflicht für Masern beschlossen. Trotz der recht kurzen Zeitspanne bis zur Einführung sieht Ulrike Muß, Geschäftsführerin von Hamburgs größtem Kita-Träger "Elbkinder", die Hamburger Kitas gut gewappnet. "Wir wissen das noch nicht so sehr lange, aber wir konnten uns darauf vorbereiten und haben das auch gemacht", sagte Muß im Gespräch mit NDR 90,3. "Wir schätzen, dass wir gut vorbereitet sind."

Allerdings bedeute die neue Regelung mehr Aufwand. "Wir haben alle Geschäftsbedingungen und unsere Erfassungssysteme angepasst", sagte Muß. Jedes Kind werde erfasst und im Datensatz werde vermerkt, wie es mit dem Imfpschutz aussehe. "Natürlich nehmen wir auch Kinder unter einem Jahr auf. Wenn sie ein Jahr alt werden, weisen wir rechtzeitig auf die Impfungen hin", so Muß. Dafür habe man Erinnerungen im System gespeichert.

Bußgeld droht bei Missachtung der Impfpflicht

Schülerinnen, Schüler und Lehrerkräfte, die nach dem 1. März neu an eine Schule kommen, haben für den Nachweis einer Impfung 30 Tage Zeit, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Die Eltern von Kindern in der Vorschule und der ersten Klasse, die im Schuljahr 2020/21 neu eingeschult werden, werden "von den Schulen im Brief mit der Einladung zum ersten Elternabend über das neue Gesetz informiert und um Vorlage des Impfnachweises gebeten", sagte Rabe. Für neue Lehrer gelte die 30-Tage-Frist. Alle übrigen Schüler und Lehrer müssen den Nachweis dann bis Ende Juli 2021 erbringen.

Fragen und Antworten
Ein Arzt impft einen Patienten in den Oberarm. © colourbox

FAQ: Fragen und Antworten zur Masern-Impfpflicht

Seit 1. März 2020 gilt eine Impfpflicht gegen Masern. Gesundheitsminister Spahn brachte sie vergangenes Jahr auf den Weg. Wer ist davon betroffen? Die wichtigsten Fragen und Antworten. mehr

Die Masernimpfpflicht gilt auch für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie für Personal in medizinischen Einrichtungen wie Kliniken. Ebenfalls Pflicht werden Masernimpfungen für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende von Flüchtlingsunterkünften. Bei Verstößen drohen bis zu 2.500 Euro Bußgeld.

133 Masernfälle von 2014 bis 2018 in Hamburg

Nach Angaben von Hamburgs scheidender Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit, sondern hochansteckend. "Diese Infektionskrankheit gefährdet vor allem diejenigen, die sich selber nicht schützen können: unsere Kinder. Es ist deswegen richtig, dass ab dem 1. März die Impfpflicht zum Masernschutz in der Kita, der Schule und bei der Kindertagespflege in Kraft tritt." Laut Hamburger Gesundheitsbehörde gab es zwischen 2014 bis 2018 in Hamburg insgesamt 133 Masernfälle in der Stadt.

Weitere Informationen
Ein Kind wird von einem Arzt geimpft. © picture alliance/dpa Foto: SVEN SIMON

Masern-Impfpflicht: Spahn will "Kinder schützen"

Der Bundestag hat am Donnerstag eine Impfpflicht gegen Masern beschlossen. Bundesgesundheitsminister Spahn sieht darin ein "Kinderschutzgesetz", keinen Eingriff in Elternrechte. (14.11.2019) mehr

Eine Spritze mit dem Impfstoff Priorix (Lebendvirusimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln) liegt in einer Kinderarztpraxis. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Immer mehr Kinder an Masern erkrankt?

Es sei ein Skandal, dass immer mehr Kinder in Deutschland an Masern erkranken, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Doch stimmt diese Aussage? (05.05.2019) extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Journal | 01.03.2020 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Das Haus der Gerichte in Hamburg. © NDR Foto: Heiko Block

Klage gegen Sperrstunde: Barbetreiber bekommt recht

Das Verwaltungsgericht entschied: Im Fall eines Lokalwirts sei die Sperrstunde eine unverhältnismäßige Einschränkung. mehr

Alexander Wolf (AfD) spricht in der Hamburger Bürgerschaft

Verfassungsschutz befasst sich mit AfD-Äußerungen

AfD-Politiker Alexander Wolf hatte den Infektionsschutz mit dem Ermächtigungsgesetz der Nazis verglichen. mehr

Ein PKW in der Waitzstraße hat erneut eine Schaufensterscheibe zerstört. © NDR Foto: Carl-Georg Salzwedel

Der nächste Schaufenster-Unfall in der Waitzstraße

Die Hamburger Waitzstraße soll nach vielen Unfällen sicherer werden, doch jetzt hat es erneut gekracht. mehr

Zwei Gartenstühle lehnen an einem Gartentisch. Der Tisch ist dadurch sichtlich gesperrt. © picture alliance Foto: Karl-Heinz Spremberg

Neue Corona-Einschränkungen: Gastronomen entsetzt

Die verschärften Corona-Maßnahmen treffen zahlreiche Branchen in Hamburg. Vor allem Gastronomen haben kein Verständnis. mehr