Stand: 02.08.2016 15:00 Uhr

Klage: Können VW-Kunden Kasse machen?

Ein Hamburger Rechtsdienstleister will den Abgas-Skandal bei Volkswagen für sich und betroffene VW-Kunden nutzen. Wer eines der Fahrzeuge mit Schummelsoftware hat - und womöglich irgendwann eine Art Nachbesserung von dem Autokonzern angeboten bekommt - habe dennoch eine Wertminderung seines Wagens zu befürchten, so die Anwälte des Dienstleisters. Sie erhoffen sich, mit einer breit angelegten Klage oder einem Deal mit VW bis zu 5.000 Euro für den Fahrzeugbesitzer herauszuholen.

Bereits zahlreiche Anmeldungen

"VW wird versuchen, es den einzelnen Leuten so schwierig und so aussichtslos wie möglich zu machen, sich an einen Anwalt oder Rechtsdienstleister zu wenden", sagte Jan-Eike Andresen von financialright dem Hamburg Journal. "Denn je weniger Leute ihr Recht durchsetzen wollen, desto günstiger ist es für VW." Viele Hamburger haben sich bereits bei der dazugehörigen Online-Plattform myright angemeldet. Ob es zum Vergleich kommt oder eine Klage nötig sein wird: Die Rechtsdienstleister übernehmen die Kosten. Im Erfolgsfall streichen sie aber auch ein Drittel des erstrittenen Betrages als Provision ein.

Verbraucherzentrale verweist auf Alternativen

Wer eine Rechtsschutzversicherung habe, könne allerdings auch selbst klagen, sagte Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Dann hätte man nachher auch das gesamte Geld und müsste nicht 35 Prozent an den Dienstleister abgeben." Aber der Rechtsdienstleister sei eventuell eine Möglichkeit für Betroffene des Abgas-Skandals, die ihre Ansprüche ansonsten gar nicht verfolgten. "Grundsätzlich ist es bei all diesen Dienstleistern wichtig, ins Kleingedruckte zu gucken und sehen, worauf man sich eigentliche lässt", sagte Rehberg.

Weitere Klagen angekündigt

Auch andernorts werden Klagen vorbereitet. Gerade erst kündigte das Bundesland Bayern an, Volkswagen wegen der Folgen des Diesel-Skandals verklagen zu wollen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 02.08.2016 | 19:30 Uhr

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