Stand: 19.10.2018 08:05 Uhr

Hamburger Hauptbahnhof soll erweitert werden

So sehen die groben Pläne aus: Das Hauptbahnhof-Gebäude soll über die Steintorbrücke hinaus wachsen. Zur Kirchenallee hin ist ebenfalls ein Erweiterungsbau mit überdachter Passage angedacht. Im Norden soll das Gleisfeld überdeckelt werden.

Eine halbe Million Menschen sind hier täglich unterwegs: Der Hamburger Hauptbahnhof stößt an seine Belastungsgrenzen. Bei einem Rundgang haben Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla am Donnerstag erläutert, wie Stadt und Bahn mehr Kapazitäten und Komfort für die Reisenden schaffen wollen: mit einer Erweiterung des Hauptbahnhofs.

"Fit für die nächsten 100 Jahre"

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Hamburgs Bürgermeister Tschentscher (SPD) und Bahn-Vorstand Pofalla bei ihrem Rundgang im Hamburger Hauptbahnhof.

Langfristig soll das inzwischen mehr als 110 Jahre alte Gebäude auf der Südseite über die Steintorbrücke hinauswachsen. Auf der Ostseite zur Kirchenallee ist ebenfalls ein Erweiterungsbau mit überdachter Passage angedacht. Auf der Nordseite Richtung Alster soll das Gleisfeld überdeckelt werden. "Der Hamburger Hauptbahnhof soll fit gemacht werden für die nächsten 100 Jahre", sagte Tschentscher. Als realistisches Ziel für die Umsetzung nannte er das Jahr 2030.

Tschentscher: "Gesamtplan" wird benötig

"Das heißt, wir haben ein Jahrhundertprojekt, das wir aber in den nächsten Jahren umsetzen wollen", erklärte Tschentscher. "Und dafür macht in solchen komplexen Situationen ein internationales Wettbewerbsverfahren." Es werde aber parallel dazu viele weitere Verkehrsprojekte geben, die auch den Hauptbahnhof betreffen würden. "Wir werden ja die U5 in den nächsten zehn Jahren bauen und auch in den Hauptbahnhof integrieren. Wir werden die S4 ins Umland bekommen." Um diese viele verkehrstechnischen Anforderungen aber auch die Gebäudeanforderungen an den Hauptbahnhof zu bewältigen, brauche es einen Gesamtplan, damit alles zusammenpasse.

Kurzfristig kommen Gleisaufbauten weg

Auch kurzfristig gibt es Pläne: Die Bahn wolle auf dem Bahnsteig der Gleise 13 und 14 Aufbauten entfernen, um mehr Platz für Reisende zu schaffen, sagte Pofalla. Fahrkartenautomaten und Pavillons sollen verschwinden. "Es soll noch zusätzliche Zu- und Angänge geben, weil wir eben wissen dass die jetzigen Zu- und Abgänge nicht ausreichend sind angesichts der großen Personengruppen, die hier täglich durch den Hamburger Bahnhof kommen."

Neue Durchbrüche zu Steintorbrücke

Mittelfristig soll es zwei Durchbrüche zur Steintorbrücke im Süden mit fünf Treppen geben. Die Fertigstellung ist in drei Jahren geplant. Im kommenden Jahr wollen Stadt und Bahn die Zusammenarbeit in einer Absichtserklärung fixieren. Anschließend soll ein Wettbewerbsverfahren zur Ausgestaltung des Bahnhofs und seines Umfelds folgen. Was das alles kostet, steht noch nicht fest. Man sei aber optimistisch, dass man die Finanzierung hinbekomme, sind sich Pofalla und Tschentscher einig.

Opposition fordert mehr Anstrengungen

Der Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft sind die neuen Pläne nicht ambitioniert genug. Wieder einmal nur maue Ankündigugen, kritisiert etwa die CDU. Und die Linke meint, Bahn-Vorstand Pofalla sollte nicht nur reden, sondern endlich etwas Konkretes gegen die Probleme im Hamburger Hauptbahnhof unternehmen.

Hamburger Hauptbahnhof © NDR/Günther Mombächer

Hamburg Hauptbahnhof: Das Herz der Millionenstadt

die nordstory -

Hunderttausende Menschen kommen täglich mit dem Hamburger Hauptbahnhof in Berührung. Die Dokumentation begleitet einige Mitarbeiter, die hinter den Kulissen die Abläufe steuern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.10.2018 | 08:00 Uhr

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