Stand: 05.05.2020 20:50 Uhr  - Hamburg Journal

Hamburg öffnet Spielplätze, Museen und Kirchen

Peter Tschentscher © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Hamburgs Bürgermeister Tschentscher stellte weitere Lockerungsschritte in Aussicht.

Der Hamburger Senat hat weitere Lockerungen von Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus beschlossen. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte am Dienstag, es gehe zunächst um Maßnahmen, die von Bund und Ländern in der vergangenen Woche beschlossen wurden, etwa die Öffnung von Spielplätzen, Museen und Tierparks. Außerdem sind Gottesdienste wieder möglich. Tschentscher sagte, am Mittwoch gehe es in weiteren Gesprächen der Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel um größere Schritte in den Bereichen Schule, Kita, Sport und auch Gastronomie.

Spielplätze wieder zugänglich

Freuen können sich Familien: Am Mittwoch werden öffentliche und private Kinderspielplätze wieder geöffnet. Sie können täglich von 7 bis 20 Uhr genutzt werden, ohne dass jemand Schutzmasken tragen muss. Auch gibt es keine Desinfektion von Spielgeräten - es werden nur die Papierkörbe häufiger geleert. Kinder unter sieben Jahren müssen von Erwachsenen begleitet werden. Wer älter als 14 Jahre ist, muss den Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten.

Museen und Tierparks werden geöffnet

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) ergänzte, dass auch Bibliotheken, Museen, Ausstellungshäuser, Galerien und Gedenkstätten ab Mittwoch wieder öffnen können. Die Außenbereiche von Tierparks und botanischen Gärten dürften ebenso wieder besucht werden. Der Tierpark Hagenbeck erklärte daraufhin, dass er ab Mittwoch öffnen werde, allerdings würden nur 1.000 statt der üblicherweise bis zu 3.000 Besucherinnen und Besucher in den Park gelassen.

Gottesdienste wieder möglich

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. © NDR Foto: Screenshot
Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks: Museen und Tierparks werden geöffnet, Gottesdienste sind wieder möglich.

Auch Gottesdienste können wieder stattfinden. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen oder Synagogen sind zulässig, wenn die Veranstalter Maßnahmen zum Infektionsschutz gewährleisten. Das bedeutet unter anderem, dass Abstandregeln eingehalten werden und die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmern begrenzt wird. Auch Trauerfeiern an privaten und öffentlichen Orten sind wieder im größeren Kreis möglich - Freundinnen und Freunde dürfen wieder daran teilnehmen.

Autokinos erlaubt

Autokinovorführungen unter freiem Himmel sind auch erlaubt. Voraussetzung dafür sei, dass sich nur Personen in einem geschlossenen Auto aufhalten, die in der gleichen Wohnung leben, sagte Prüfer-Storcks. Der Ticketverkauf dürfe ausschließlich kontaktlos im Vorverkauf erfolgen.

Sport mit Abstand im Freien möglich

Sportsenator Andy Grote (SPD) ergänzte, dass Individualsport im Freien wieder möglich ist - vorausgesetzt das Abstandsgebot wird gewahrt. Als Beispiele nannte er unter anderem Leichtathletik, Wassersport, Tennis und Golf. Mannschaftssportarten bleiben vorerst untersagt. Die Benutzung von Umkleide- und Clubräumen sowie von sanitären Anlagen in Sportanlagen ist weiterhin verboten. Grote: "Wir machen einen ersten, nicht ganz großen, aber schon einen spürbaren Schritt."

Grote: Verstöße gegen Auflagen überschaubar

In seiner Eigenschaft als Innensenator sagte Grote, die Zahl der Verstöße gegen die Corona-Auflagen sei überschaubar. Es gehe um etwa 100 Fälle pro Tag. Zumeist handele es sich um Verstöße gegen die Abstandsregeln.

Tschentscher macht Gastronomie Hoffnung

Die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Leben bleiben weitgehend bestehen. Auch Restaurants und Kneipen bleiben vorerst geschlossen. Allerdings sagte Tschentscher, dass erste Lockerungsschritte auch in diesem Bereich absehbar seien. Man könne sich darauf einstellen, dass die Außengastronomie bald wieder beginnen könne. "Und auch die Innengastronomie wird im Laufe des Mais wieder möglich sein."

"Nicht alles gleichzeitig zur Disposition stellen"

Tschentscher ergänzte: "Wir wissen dass es nach den langen Wochen der Beschränkungen den Wunsch gibt, normales Leben zu ermöglichen und dem werden wir auch in Hamburg gerecht." Der Bürgermeister mahnte jedoch auch: "Wir sind so erfolgreich, weil die Strategie aufgegangen ist in Deutschland. Ich glaube, diese Haltung wird bestehen bleiben. Wir dürfen nicht alles gleichzeitig zur Disposition stellen. Wir dürfen auf keinen Fall diesen Erfolg riskieren."

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Hamburg Journal | 05.05.2020 | 19:30 Uhr

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