Ein Heizpilz glüht rot © dpa/picture alliance Foto: Michael Jaeger

Hamburg erlaubt Heizpilze für Außengastronomie

Stand: 06.10.2020 13:12 Uhr

Bis zum Frühjahr 2021 sind Heizpilze für die Außengastronomie erlaubt. Das hat der Hamburger Senat in der Landespressekonferenz angekündigt.

Die durch die Corona-Pandemie stark getroffene Gastronomie in Hamburg darf in diesem Herbst und Winter Heizpilze einsetzen, um Besucher auch draußen zu bedienen. Bis zum 2. Mai 2021 sind diese Geräte nun erlaubt, das hat der Senat am Dienstag beschlossen. Besucher der Gastronomie sollen so ermuntert werden, aus Infektionsschutzgründen auch in der kalten Jahreszeit draußen zu essen und zu trinken. Gastronomen, die keine Heizpilze aufstellen, bekommen allerdings einen Klimabonus, verkündete Bezirkssenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Denn: Das Beheizen der Außenluft durch Heizpilze gilt als sehr klimaschädlich. Wenn Betriebe zwischen Oktober und Mai vollständig auf den Einsatz von Heizpilzen verzichten, werden ihnen ihre im Jahr 2022 zu zahlenden Gebühren für Zwecke der Außengastronomie teilweise erlassen.

Einheitliche Lösung für Hamburg

Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants. © dpa/picture-alliance Foto: Gero Breloer
In der Außengastronomie dürfen bis 2. Mai genutzt werden - danach sind sie wieder verboten.

"Ich bin froh, dass wir eine einheitliche Lösung für ganz Hamburg gefunden haben. Damit können Gastronominnen und Gastronomen individuell entscheiden, ob sie ihren Gästen beim Aufenthalt im Freien in den kommenden Monaten Heizpilze anbieten möchten oder nicht", so Fegebank. Klar sei aber auch: Man dürfe nicht dauerhaft die eine Krise gegen die andere ausspielen. Klimaschutz bleibe die größte Menschheitsaufgabe, so die Grünen-Politikerin. Deshalb sei es umso wichtiger gewesen, gleichzeitig ein hamburgweites Verbot von Heizpilzen in der Außengastronomie auf öffentlichem Grund ab Mai 2021 zu beschließen.

Erlass der Sondernutzungsgebühr auch in 2021

Darüber hinaus hat der Senat entschieden, auch im Jahr 2021 keine Sondernutzungsgebühren für die Außengastronomie sowie für Schausteller zu erheben. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) schrieb dazu in einer Pressemeldung, man hätte Gastronomen und Schaustellern durch die gebührenfreien Sondernutzungen im öffentlichen Raum in diesem Jahr sehr helfen können. Man sei bei diesen beiden Branchen jedoch noch nicht über den Berg. "Deshalb wollen wir diese Regelung noch einmal bis zum 31. Dezember 2021 verlängern und den Bezirken die dadurch entstehenden Einnahmeausfälle erstatten", erläuterte Dressel. Mehr gebührenfreie Außengastronomie und Verkaufsstände von Schaustellern in der Stadt seien die richtige Antwort für die, die Einbußen haben.

Der Streit um die klimaschädlichen Heizpilze hatte Hamburgs Grüne erhitzt: In drei Bezirken beschlossen Bezirksversammlungen auf Antrag der Grünen, die meist mit Gas betriebenen Wärmequellen zu verhindern. Damit stellten sie sich gegen die eigenen Senatoren für Umwelt, Jens Kerstan, und der Bezirke, Katharina Fegebank.

 

 

Weitere Informationen
Ein Heizpilz von unten. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Karmann

Rot-Grün will Heizpilze vorübergehend erlauben

Bis Mai sollen Gastronomen sie nutzen dürfen. Darauf soll sich die Hamburgische Bürgerschaft einigen. (29.09.2020) mehr

Katharina Fegebank bei einem Kleinen Parteitag der Hamburger Grünen am Rednerpult. © picture alliance / dpa Foto: Georg Wendt

Genehmigung von Heizpilzen sorgt für Streit bei Grünen

Die Hamburger Grünen haben bei ihrem Kleinen Parteitag über die angekündigte Zulassung von Heizpilzen gestritten. Bezirkssenatorin Fegebank verteidigte die Entscheidung gegen Kritik. (18.09.2020) mehr

Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants. © dpa/picture-alliance Foto: Gero Breloer

Fegebank will Ausnahmeregelung bei Heizpilzen

Gastronomen sollen während der Corona-Pandemie wieder Heizpilze aufstellen dürfen - das will Bezirkssenatorin Fegebank durchsetzen. Nach der Krise sollen die Wärmespender verschwinden. (14.09.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.10.2020 | 13:12 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Daniel Kaiser © NDR

Kommentar: Neue Corona-Regeln sind ohne Augenmaß

Die neuen bundesweiten Corona-Maßnahmen treffen die Falschen, meint Daniel Kaiser in seinem Kommentar. mehr

Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg, im Porträt. © dpa Foto: Felix König

Hamburgs Kultursenator Brosda verteidigt den Shutdown

Im Gespräch mit NDR 90,3 äußerte er aber auch Verständnis für den Unmut in der Kulturszene über die einmonatige Schließung. mehr

Hamburgs Sozial- und Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Telefon / On Air mit Jacqueline Heemann. © NDR Foto: Ari Ahmadi

Melanie Leonhard: "Es geht darum, Kontakte zu vermeiden"

Viele Einschränkungen wegen Corona: Hamburgs Gesundheitssenatorin erläuterte bei NDR 90,3 die Beschlüsse. mehr

Alexander Wolf (AfD) spricht in der Hamburger Bürgerschaft

Verfassungsschutz befasst sich mit AfD-Äußerungen

AfD-Politiker Alexander Wolf hatte den Infektionsschutz mit dem Ermächtigungsgesetz der Nazis verglichen. mehr