Stand: 19.09.2020 06:23 Uhr

Genehmigung von Heizpilzen sorgt für Streit bei Grünen

Katharina Fegebank bei einem Kleinen Parteitag der Hamburger Grünen am Rednerpult. © picture alliance / dpa Foto: Georg Wendt
Katharina Fegebank wehrte sich gegen Kritik an der Entscheidung, Heizpilze vorübergehend zuzulassen.

Die angekündigte Zulassung von sogenannten Heizpilzen in der Außengastronomie wegen der Corona-Pandemie sorgt für Streit bei den Hamburger Grünen. "Die Heizpilze spielen eine verhältnismäßig kleine Rolle im Klimaschutz, aber sie stehen sinnbildlich für eine Corona-Politik, die wir gerade nicht machen wollen", sagte der Sprecher der Grünen Jugend, Leon Alam, am Freitag beim Kleinen Parteitag in Wilhelmsburg. Das 1,5-Grad-Ziel beim Klimaschutz könne nicht eingehalten werden, wenn die Grünen auf den Zug der SPD aufsprängen.

Fegebank: Verantwortung für alle Menschen in der Stadt

Dem widersprach die Zweite Bürgermeisterin und für die Bezirke zuständige Senatorin Katharina Fegebank. "Wir haben jeden Tag die Verantwortung zu tragen für alle Menschen in dieser Stadt", betonte Fegebank. Auch sie finde Heizpilze "ätzend und klimaschädlich". Aber es gehe bei der Gastronomie und den kleinen Läden ums Überleben.

Die Senatorin fügte hinzu: "Ich habe mich in den letzten Tagen wahnsinnig darüber geärgert, in Moria brennt das Lager, in Belarus werden Frauen verschleppt, und wir als Hamburger Grüne haben nichts anderes zu tun als uns darüber auseinanderzusetzen, ob wir zwei oder drei Monate einigen Gastronomen erlauben, einen Heizpilz aufzustellen oder nicht."

Hajduk fordert Unterstützung für Senatoren

Die Senatorinnen und Senatoren der Grünen bräuchten jetzt die Unterstützung der Bürgerschaftsfraktion, mahnte die scheidende Bundestagsabgeordnete Anja Hajduk. Ein sinnvoller Kompromiss, Heizpilze zu beschließen und sie im nächsten Jahr zu verbieten, sei eine Frage der Solidarität, meinte Hajduk.

Einstimmig beschlossen die Delegierten einen Leitantrag des Landesvorstands, der den Kurs der Hamburger Grünen in den nächsten Monaten beschreibt. Darin heißt es: "Die Corona-Krise - so sehr sie uns auch herausfordert - ist nur ein Bruchteil dessen, was uns in der Folge der Erderhitzung erwartet: Die Klimakrise ist gekommen, um zu bleiben." Zu den Heizpilzen wird in dem Antrag nicht Stellung genommen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.09.2020 | 06:00 Uhr

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