Stand: 07.05.2020 17:59 Uhr  - NDR 90,3

Wo Hund und Mensch gemeinsam bestattet werden

Hund "Flocki" ist der erste Vierbeiner, der am Donnerstag auf dem neuen Grabfeld für Mensch und Tier auf dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf bestattet worden ist. Sein Frauchen Ingrid B. lebt, sie will aber irgendwann einmal neben ihrem Haustier beerdigt werden. Denn "Flocki war mein Freund, den ich ziemlich vermisse", sagte die 72-Jährige der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). In Deutschland gibt es rund 150 reine Tierfriedhöfe. Gemeinsame Bestattungen von Mensch und Tier waren bislang kaum möglich.

VIDEO: Erstes Tier auf Mensch-Tier-Grabstätte beigesetzt (1 Min)

Gesetz seit März gültig

Auf einem Mensch-Tier-Grab liegt ein Herz-Blumenstrauß für den verstorbenen Hund "Flocki". © NDR Foto: Marika Williams
Auf der Mensch-Tier-Grabstätte des Friedhofs Ohlsdorf befindet sich die Urne von Hund "Flocki". Seine Besitzerin will später in demselben Grab beigesetzt werden.

Seit dem 1. März 2020 gilt nun das Gesetz, dass sich in Hamburg Tierbesitzerinnen und -Besitzer gemeinsam mit ihrem Haustier beerdigen lassen können. Das beschloss die Hamburgische Bürgerschaft im Oktober des vergangenen Jahres. In einer vorab erworbenen Grabstätte können Tierbesitzer die Urne mit der Asche eines Tieres beisetzen lassen, in der sie später selbst ihre letzte Ruhe finden wollen. Der Friedhof Ohlsdorf hat dazu einen rund 200 Quadratmeter großen "Gemeinschaftsgarten für Mensch und Tier" ausgewiesen. Auf dieser Fläche sind sowohl reine Urnengräber, als auch Mischgräber geplant, bei denen das Haustier in einer Urne und der Besitzer oder die Besitzerin in einem Sarg beigesetzt wird. Um den Tierbesitzerinnen und -Besitzern die Entscheidung darüber, wie das gemeinsame Grab aussehen soll, zu erleichtern, hat der Friedhof einige Modell-Gräber als Inspiration auf der Fläche errichtet.

Viele Interessentinnen und Interessenten

Laut Lutz Rehkopf, Sprecher der Betreibergesellschaft "Hamburger Friedhöfe", sei die Rückmeldung auf das Angebot "außerordentlich positiv". Bislang konnten Rehkopf zufolge elf Grabstätten vergeben werden. Insgesamt gebe es aber bereits über 150 Anfragen für die Mensch-Tier-Grabstätten. Rehkopf ist überzeugt, "wäre die Corona-Krise nicht gewesen, die die Menschen auf andere Gedanken gebracht hat, wäre es so, dass diese Anlage vielleicht schon halb voll wäre."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 07.05.2020 | 18:15 Uhr

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