Stand: 09.03.2020 20:27 Uhr

Deutsches Corona-Opfer war Hamburger Feuerwehrmann

Das erste deutsche Coronavirus-Opfer ist ein 59 Jahre alter Feuerwehrmann aus Hamburg. Das hat die Gesundheitsbehörde am Montag bestätigt. Der Mann wohnte in Schleswig-Holstein und starb während eines Urlaubs in Ägypten. Noch ist unklar, wo sich der Mann genau angesteckt hat. Die Gesundheitsbehörde wird voraussichtlich am Dienstag mehr Informationen über den Fall veröffentlichen. Die Zahl der in Hamburg bestätigten Coronavirus-Fälle ist in Hamburg indes am Montag auf 22 gestiegen. Zudem teilte der Senat mit, dass die iranische Fluggesellschaft "Iran Air" wegen der Ausbreitung des Virus den Hamburger Flughafen und weitere Ziele in Europa bis auf weiteres nicht mehr anfliegt.

Große Betroffenheit bei der Hamburger Feuerwehr

Bei der Hamburger Berufsfeuerwehr herrscht große Betroffenheit über den Tod des Kollegen. Am Montagvormittag wurden die Mitarbeiter an der Hauptfeuerwache Berliner Tor von der Feuerwehrleitung über seinen Tod informiert. Jeder habe den 59-Jährigen gekannt, sagte ein Beamter. 35 Jahre lang hatte der Verstorbene bei der Feuerwehr gearbeitet, zuletzt in der Personalabteilung.

Der 59-Jährige verstarb im Badeort Hurghada

Der 59-Jährige war seit dem 22. Februar im Urlaub. In Ägypten soll er gemeinsam mit seiner Frau eine Nilkreuzfahrt gemacht haben. Vor einer Woche fuhr er nach Luxor, um dort die Tempel und das Tal der Könige zu besichtigen. Im Badeort Hurghada am Roten Meer bekam er dann Fieber und wurde positiv auf Corona getestet. Dort starb er wenig später in einem Krankenhaus. Berichte, nach denen sich der Erkrankte geweigert haben soll, in eine andere Klinik verlegt zu werden, wurden bislang nicht bestätigt.

Auch Witwe und Polizisten in häuslicher Isolation

Seine Witwe, die schon länger in ihrem Heimatort Lauenburg zurück ist, wurde am Montagmorgen von Polizeibeamten über den Tod ihres Mannes informiert. Die beiden Polizisten der Wache in Lauenburg und die Witwe wurden vorsorglich häuslich isoliert. Die kleine Polizeistation wurde anschließend wegen Personalmangels vorläufig geschlossen.

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Fünf neue Corona-Fälle in Hamburg am Montag

In Hamburg sind am Montag fünf weitere Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das habe sich in der Nacht bestätigt, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Allen fünf Infizierte gehe es gut, sie zeigten nur leichte Symptome der Krankheit Covid-19 und befänden sich in häuslicher Isolation. Bei allen lasse sich die Infektion auf Reisen nach Italien zurückführen. Die Zahl ist damit auf 22 Fälle gestiegen, die in Hamburg bestätigt wurden, wobei zwei der Infizierten in Schleswig-Holstein wohnen.

Neue Internetseite der Gesundheitsbehörde

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz hat eine Internetseite mit allen wichtigen Informationen zum Coronavirus in Hamburg zusammengestelllt, die ab sofort abrufbar ist. Neben aktuellen Informationen zu bestätigten Infektionsfällen gibt es Hygienetipps, Reiseempfehlungen sowie einen Überblick über Meldewege, Ansprechpartner und Kontaktadressen.

Hotline eingerichtet

Informationen erhalten Hamburgerinnen und Hamburger auch telefonisch. Zusätzlich zu der bekannten Telefonnummer 116117 wurde bereits in der vergangenen Woche eine neue Hotline unter der Telefonnummer 040 428 284 000 eingerichtet. Diese ist nun rund um die Uhr und an sieben Tagen pro Woche erreichbar. Bislang war die Hotline nur von 7 bis 19 Uhr geschaltet.

Fälle in Norddeutschland

Auf dieser Karte finden Sie die bestätigten Fälle in Norddeutschland. Die Infizierten werden hier nach ihrem jeweiligen Wohnort gezählt - und nicht danach, wo sie arbeiten oder wo ihre Erkrankung diagnostiziert worden ist.

 

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.03.2020 | 12:00 Uhr

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