Stand: 15.05.2020 12:29 Uhr

Corona-Krise: Weniger Umschlag im Hamburger Hafen

Blick über den Container Terminal Tollerort (CTT) der Hamburg Hafen und Logistik AG (HHLA). © picture-alliance / dpa Foto: Christian Charisius
Corona-Krise: Der Containerumschlag ist in Hamburg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent gesunken.

Der Hamburger Hafen hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich weniger Ladung umgeschlagen als im gleichen Zeitraum 2019. Der Güterumschlag ging um 7,9 Prozent auf 31,9 Millionen Tonnen zurück, wie die Marketing-Gesellschaft des Hafens am Freitag mitteilte. Der wichtige Containerumschlag ging um 6,6 Prozent auf 2,2 Millionen Standardcontainer zurück. Der Großteil des Rückgangs entfällt auf den Monat März, als die ersten Folgen der Corona-Krise den Hamburger Hafen erreichten. Von den 551 geplanten Schiffsanläufen in diesem Monat fielen 26 aus.

Deutlicher Rückgang des Handels mit China

Besonders deutlich ist das Minus beim Verkehr von und nach China, dem wichtigsten Partner des Hamburger Hafens. Um 14,6 Prozent brach der China-Handel ein. In China war das Coronavirus zuerst aufgetreten und hatte bereits im Januar und Februar zu Produktionsstilllegungen und weniger Schiffsabfahrten geführt, die sich dann ab März im Hamburger Hafen bemerkbar machten.

Umschlag wird wohl weiter sinken

Für die drei Monate des zweiten Quartals sind bislang schon 54 Ausfälle von Schiffsanläufen zu verzeichnen. Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing, geht davon aus dass die Reederein auch in den kommenden Monaten einzelne Fahrten aus dem Programm nehmen und der Umschlag damit weiter sinkt.

Keine Prognose für Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr gibt es aber keine Prognose der Marketing-Gesellschaft des Hafens. Nach einer internen Hochrechnung der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) könnte das Minus aber 11,4 Prozent betragen. Wenn die Bilanz besser ausfalle, dann sei das ein Erfolg, sagte HPA-Chef Jens Meier.

Die Hafenwirtschaft hofft darauf, dass mit dem langsamen Anfahren der Wirtschaft in China und Europa die Gütermenge im zweiten Halbjahr wieder zunimmt. Davon würde dann auch der Hinterlandverkehr per Bahn und Lkw profitieren. Der Hamburger Hafen hatte seine Rekordwerte im Containerumschlag kurz vor der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 mit fast zehn Millionen Standardcontainern erreicht. Zuletzt waren es 9,3 Millionen. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.05.2020 | 13:00 Uhr

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