Stand: 22.05.2020 17:38 Uhr  - NDR 90,3

Corona: Hamburg großzügig bei Außengastro-Gebühren

Die Stadt Hamburg will Gastwirtinnen und -wirten bei den Gebühren für die Außengastronomie großzügig entgegenkommen. Das erklärte die Finanzbehörde auf Anfrage von NDR 90,3. Zuvor hatten einige Politikerinnen und Politiker eine komplette Befreiung der Gebühren gefordert. Die Gebühren für die Außengastronomie werden nach Quadratmetern berechnet - derzeit geltende Abstandsregeln sorgen da für doppelt Frust.

Bezirksamt Eimsbüttel will hamburgweite Lösung

Noch ist es nur ein Antrag für die nächste Bezirksversammlung Eimsbüttel, doch er könnte in Hamburg Schule machen: Eimsbüttels Grüne und CDU fordern, Wirtinnen und Wirten wegen der Corona-Pandemie die Gebühr für die Sondernutzung der Fußwege zu erlassen. Restaurantchefs zahlen dafür zwischen 1.000 und 4.000 Euro im Jahr. Und das, obwohl sie draußen nur wenige Gäste platzieren dürfen. Das Bezirksamt verweist auf die Finanzbehörde und meint, eine hamburgweite Lösung sei besser als ein lokaler Flickenteppich. Etwa 100 neue Anträge auf Außengastronomie seien bei dem Amt bereits eingegangen.

Die Finanzbehörde erklärte, seit März könnten Gastwirte und -wirtinnen die Stundung oder den Erlass der Gebühren beantragen. Die jetzt geringere Platzausnutzung durch den großen Abstand der Außentische führe erst recht zu einem Teilerlass der Gebühren. Hamburgs Hotel- und Gaststättenverband bittet die Bezirksämter jetzt zu einem großzügigen Gebührenerlass.

Gastronomie mit Abstandsregeln

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Auch draußen gelten in der Gastronomie jetzt Abstandsregeln.

Seit dem 13. Mai dürfen Restaurants in Hamburg wieder ihrem Betrieb nachgehen. Dabei muss natürlich die Abstandsregel beachtet werden. Nicht immer einfach. In Eimsbüttels Osterstraße sind viele Cafés wieder gut besucht. Wirtin Deger Merel hat ihren Außenbereich vergrößert - nicht ganz legal, den Antrag muss sie erst noch stellen, aber ohne die zusätzlichen Plätze werde es wirtschaftlich eng. "Wir sind ganz schön darauf angewiesen, dass es draußen mehr sein darf, damit wir mehr Gäste bedienen können", sagt Merel.

Mehr Platz würde helfen

Johannes Schröder machte mit seinem Lokal "Küchenfreunde" auch schon vor Corona bei gutem Wetter draußen den meisten Umsatz. Aber die Abstandsregeln gelten auch unter freiem Himmel. Mehr Platz würde helfen. "Wir haben etwa 20 bis 24 Plätze im Augenblick zur Verfügung - eigentlich sind es 60 bis 70", sagt Schröder. Es gebe viele Freiflächen, die man idealerweise sehr gut nutzen könnte, findet der Gastronom.

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Corona: Außentische wichtig für Gaststätten

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Da viele Lokale zu klein sind, um die Abstandsregeln einzuhalten, bleiben sie weiter geschlossen. Andere setzen auf ihren Außenbereich, doch der ist begrenzt. Mehr Platz würde helfen. Video (02:21 min)

Außenbestuhlung ohne Genehmigung

Mancherorts haben Wirte kurzerhand Innenbestuhlung nach draußen verlagert - mutmaßlich ohne Genehmigung. Nicht ganz unproblematisch. Das Bezirksamt Mitte verspricht, wohlwollend zu prüfen: "Wir sind jetzt natürlich großzügiger, als wir das sonst machen können. Aber was klar ist: Rettungswege müssen eingehalten werden", sagte Falko Droßmann, Leiter des Bezirksamts. Für Fußgängerinnen und Fußgänger, Rollstuhlfahrende und Kinderwagenschiebende müssten die Gehwege weiterhin nutzbar sein. "Insofern versuchen wir möglich zu machen, was möglich ist, um den Gastronomen hier auch entgegen zu kommen", so Droßmann.

Zurückhaltung bei einigen Betrieben

Laut Franz J. Klein, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Hamburg, hätten sich die Gastronomen bisher vorbildlich an die Corona-Auflagen gehalten. Dass allein durch die Lockerungen die Verluste durch die Schließungen ausgeglichen würden, sei unwahrscheinlich. In den zwei Monaten habe sich bei der Hamburger Gastronomie nach Verbandsschätzung ein Umsatzausfall von 250 Millionen Euro ergeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.05.2020 | 16:00 Uhr

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