Stand: 22.12.2017 11:42 Uhr

Bundeswehr bemängelt Fehler an neuer Fregatte

Die Bundeswehr will eine nagelneue Fregatte von der Hamburger Werft Blohm + Voss nachbessern lassen. Grund sind schwerwiegende Mängel bei dem rund 650 Millionen Euro teuren Schiff. Mitte Januar wird die Fregatte "Baden-Württemberg" wieder bei Blohm+Voss festmachen - nachdem die Marine das Schiff wochenlang auf Nord- und Ostsee sowie vor Norwegen getestet hat.

Vernichtendes Urteil der Marine

Das Urteil der Marine fällt vernichtend aus. Probleme gibt es vor allem bei der Software des Schiffes - die Fregatte wird nahezu vollständig über Computer gesteuert. Nachbesserungsbedarf sieht die Marine aber auch beim traditionellen Schiffbau und der übrigen Ausrüstung.

Probleme bereits während der Bauzeit

Bereits während der Bauzeit hatte es erhebliche Probleme gegeben - unter anderem, weil eine falsche Farbe verwendet wurde, die später aufwendig entfernt werden musste. Gebaut wurden Fregatte und Waffensysteme von einer Arbeitsgemeinschaft aus ThyssenKrupp Marine Systems und der Bremer Lürssen-Werft. Die Arbeitsgemeinschaft habe jetzt die Möglichkeit, die Fehler zu beheben, so die Ansage der Bundeswehr.

ThyssenKrupp spielt Mängel herunter

Auf Anfrage von NDR 90,3 wollte sich ThyssenKrupp Marine Systems nicht auf einen genauen Zeitpunkt festlegen, wann die Fregatte nun endgültig in Dienst gestellt werden kann. Ein Sprecher nannte nur das Jahr 2018 als Ziel. Die lange Liste der Mängel versucht ThyssenKrupp herunter zu spielen: Es handele sich um ein neu konzipiertes, technisch anspruchsvolles Schiff mit höchst komplexen Neuentwicklungen. Da seien Verzögerungen nie gänzlich auszuschließen.

Erste Fregatte einer neuen Klasse

Die 150 Meter lange "Baden-Württemberg" ist die erste Fregatte der neuen F125-Klasse. Drei Schwesterschiffe sollen folgen. Die Auslieferung der übrigen Fregatten vom Typ F125 soll sich laut ThyssenKrupp aber nicht groß verzögern. Die "Nordrhein-Westfalen“ habe die schiffstechnischen Erprobungen erfolgreich durchlaufen, das Schiff soll ebenfalls 2018 ausgeliefert werden. Die Fregatte "Sachsen-Anhalt" soll dann im Jahr 2019 und die "Rheinland-Pfalz" 2020 folgen.

Die "Baden-Württemberg" in Zahlen

  • Länge: 149,60 Meter
  • Breite: 18,80 Meter
  • Tiefgang: 5,4 Meter
  • Einsatzverdrängung: 7.100 Tonnen
  • Geschwindigkeit: Bis zu 26 Knoten (48 km/h)

Weltweite Einsätze

Die 7.000-Tonnen-Kriegsschiffe der F125-Klasse sind für weltweite Einsätze konzipiert und zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie bis zu zwei Jahre in ihrem Einsatzgebiet bleiben können.

Schwere Geschütze an Bord

Die neue Fregatte ist ausgerüstet mit fünf Maschinengewehren, zwei Nahbereichsflugabwehrsystemen und einem 127-Millimeter Marinegeschütz, einer der größten Rohrwaffen, die derzeit auf einem Marine-Schiff installiert ist. Laut Bundeswehr ist die Fregatte in der Lage, nationale und multinationale Verbände zu führen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.12.2017 | 21:00 Uhr

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