Stand: 13.12.2019 21:19 Uhr  - NDR 90,3

Anschlag auf Auto von Innensenator Grote

Bild vergrößern
Polizisten haben am Tatort auf St. Pauli bis Freitagnachmittag Spuren gesichert.

Der Dienstwagen des Hamburger Innensenators Andy Grote (SPD) ist am Freitagmorgen mit Steinen und Farbbeuteln beworfen worden. Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Angriff um kurz nach 8 Uhr. Wie Grote selbst auf Twitter mitteilte, saß auch sein zweijähriger Sohn mit in dem Wagen. Der Vorfall ereignete sich, als das Auto an der Kreuzung Hein-Hoyer Straße/Simon-von-Utrecht Straße im Stadtteil St. Pauli verkehrsbedingt abbremsen musste. Mehrere maskierte Menschen hätten sich dem Fahrzeug genähert und dieses angegriffen, so die Polizei. An dem gepanzerten Dienstwagen des Innensenators entstand nur ein geringer Sachschaden. Bei einem dahinter fahrenden, zweiten Fahrzeug ging eine Scheibe zu Bruch.

Danach flüchteten die Täter zu Fuß. Das Fahrzeug wurde beschädigt, Menschen wurden nicht verletzt. Eine Sofortfahndung der Polizei mit zehn Streifenwagen blieb ohne Erfolg.

Innensenator wohnt auf St. Pauli

Grote selbst schrieb auf Twitter, dass er als Innensenator mit solchen Angriffen rechnen müsse. "Aber einen solchen Anschlag bewusst zu verüben, während ich gerade meinen zweijährigen Sohn zur Kita bringe - das ist erbärmlich", so der SPD-Politiker. Grote wohnt auf St. Pauli. Er wurde bereits öfter von der linken Szene auf St. Pauli und im Schanzenviertel angefeindet. Seit vier Jahren ist Grote im Amt. Als Innensenator hat Grote einen erweiterten Personenschutz und wird ständig von Beamten des Landeskriminalamtes begleitet.

Parteiübergreifende Bestürzung

Andere Politiker zeigten sich bestürzt über den Anschlag und bekundeten ihre Solidarität. "Feige, hinterhältig, fies. Wer sowas macht, hat keine Argumente! Wir sind mit Dir solidarisch lieber Andy Grote", twitterte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, André Trepoll, sagte, der Anschlag auf den Senator sei auch ein direkter Angriff auf die Demokratie. "Erneut wird deutlich: Hamburg hat ein Extremismusproblem", schlussfolgerte Trepoll. "Wer keine Argumente hat, hat Steine", sagte der Linken-Bundestagsabgeordnete Fabio de Masi, der selbst auf auf St. Pauli lebt. Man dürfe zwar mit Grote streiten. "Aber Gewalt endet immer im Dunkeln. Niemand darf auf St. Pauli bedroht werden - von niemandem", meinte er.

Polizei bittet Zeugen um Hinweise

Die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamts hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei sucht Zeuginnen oder Zeugen, die Angaben zu dem Angriff machen können. Sie werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 040/4286-56789 bei der Polizei zu melden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.12.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:17
Hamburg Journal
03:07
Hamburg Journal
03:11
Hamburg Journal