Stand: 03.09.2015 09:50 Uhr

Abrissarbeiten unter Polizeischutz am "KoZe"

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Die Polizei rückte am Mittwoch mit einem Großaufgebot am "KoZe" an.

Die Hamburger Polizei ist am Mittwoch mit einem Großaufgebot am linksalternativen "Kollektiven Zentrum" ("KoZe") im Münzviertel angerückt. Die Beamten sperrten den Innenhof des Geländes ab, um Bauarbeiten zu sichern. Laut Polizei soll ein Teil der leer stehenden Schulgebäude neben dem "KoZe" abgerissen werden. Unter anderem sollten dafür auch Bäume gefällt werden, wie NDR 90,3 berichtete. "KoZe"-Aktivisten protestierten gegen die Arbeiten. Sie hatten befürchtet, dass das Stadtteilzentrum selbst abgerissen wird.

Demo für "KoZe" und gegen Polizeieinsatz

Am Mittwochabend demonstrierten dann rund 700 Unterstützer für den Erhalt des Zentrums und machten ihrem Unmut über den Polizeieinsatz Luft. Der Demonstrationszug führte vom Münzviertel durch die Innenstadt bis zum Millerntorplatz in St. Pauli. Es seien einige Böller geflogen, doch insgesamt sei es friedlich geblieben, so die Polizei.

Stadt will Container für Obdachlose aufbauen

Die ersten Abrissarbeiten sollen voraussichtlich sechs bis acht Wochen dauern. Wie am Mittwoch bekannt wurde, will die Stadt auf dem Gelände Container aufstellen, um dort im Rahmen des Winternotprogramms rund 400 Schlafplätze für Obdachlose anbieten zu können.

Investor will Wohnungen auf dem Gelände bauen

Seit Monaten gibt es Streit über die Zukunft des "KoZe". Die Stadt hat das 8.500 Quadratmeter große Areal in der Nähe des Hauptbahnhofes mit der ehemaligen Gehörlosenschule und einer leer stehenden Kita an den Investor Hanseatische BauKonzept verkauft, der dort rund 400 Wohnungen bauen will.

"KoZe" befürchtet Räumung

Dem Verein "Kunstlabor naher Gegenden" wurde ein Teil des Kita-Gebäudes mietfrei zur Zwischennutzung überlassen. Offiziell hat der Verein nur das Erdgeschoss des Gebäudes mit 70 Quadratmetern und eine Außenfläche von 50 Quadratmetern gemietet, so die zuständige Finanzbehörde. Derzeit nutzten die Gruppen aber auch Spielplatz und Hof, Keller und ersten Stock. Ende Juli wurde unter Polizeischutz ein Bauzaun über den Hof gezogen, um eines der Gebäude auf dem Gelände von Asbest zu befreien. Damit solle die Räumung der Gebäude vorbereitet werden, kritisierten die "KoZe"-Aktivisten.

Im "KoZe" sind mehrere Gruppen vertreten, es gibt eine Fahrradwerkstatt und diverse Kurse werden angeboten. Der Komplex mit der früheren Gehörlosenschule und der Kita soll bis auf ein unter Denkmalschutz stehendes älteres Gebäude abgerissen werden. Zunächst ist der Abriss des früheren Schulgebäudes geplant. Das Kita-Gebäude kann laut Finanzbehörde so lange stehen bleiben, bis es den Bauarbeiten im Weg steht Das wäre etwa voraussichtlich bis Sommer oder Herbst 2016.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.09.2015 | 21:00 Uhr

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