Stand: 13.06.2018 19:24 Uhr

2.000 Fälle: Polizei warnt vor "Schockanrufen"

Die Hamburger Polizei warnt vor sogenannten "Schockanrufen" von Trickbetrügern und hat am Mittwoch eine neue Kampagne angekündigt. Auf Postkarten und Flyern werden Senioren, aber auch jüngere Leute dazu aufgefordert, bei Anrufen von angeblichen Polizeibeamten sofort die die Notrufnummer 110 zu wählen.

Grafik zum Thema Trickbetrug.

Polizei startet Aktion gegen Trickbetrüger

Hamburg Journal -

Die Hamburger Polizei hat eine neue Aufklärungskampagne gegen Trickbetrüger gestartet. Diese versuchen insbesondere ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen.

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2.000 Fälle im letzten halben Jahr

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"Rette Dein Erbe" steht auf einer der Postkarten, die die Polizei zur Aufklärung einsetzen will.

"Es ist schlimmer geworden", sagt der Chef des Landeskriminalamtes Hamburg, Frank-Martin Heise. Allein in den letzten sechs Monaten seien rund 2.000 versuchte Trickbetrügerein in Hamburg registriert worden. Davon seien 23 erfolgreich gewesen, mit Beträgen oft im hohen fünfstelligen Bereich.

110 im Display kann ein Trick sein

Falsche Polizisten würden Rentner anrufen und Horrorgeschichten von verunglückten Angehörigen erzählen, die angeblich dringend für Operationen Bargeld brauchen. In anderen Fällen wird eine Lügengeschichte über Einbrecher erzählt, die angeblich die Kontodaten haben und der Betroffene solle bitte schnell das Bargeld von der Bank abheben. "Kein Polizist wird in Deutschland verlangen, ihm das ganze Vermögen oder die Wertpapiere auszuhändigen. Das kann dann nur ein Betrüger sein", warnte der LKA-Beamte nachdrücklich. Sollte im Display des Telefons die 110 oder eine Behörden-Telefonnummer erscheinen, solle man sich davon nicht irritieren lassen. Diese Nummern könnten durch eine spezielle Software auf das Display des Telefons gespielt werden, sagte Heise.

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"Behaltet den Schock nicht für Euch, überwindet Eure Scham und warnt andere Senioren!", appelliert Helmut Heckel an andere Betrugsopfer.
"Jedem kann das passieren!"

Eines der Opfer ist Helmut Heckel aus dem Stadtteil Rothenbaum, der am Mittwoch schilderte, was ihm passiert war. In einer Stresssituation habe der 81-Jährige einen Anruf von einem angeblichen Kripomann erhalten, der mit sanfter Stimme das Vertrauen des Rentners gewann. Erst eine Bank-Mitarbeiterin sei stutzig geworden und habe die echte Polizei alarmiert. "Jeder wird alt, jedem kann das passieren", sagte der Rentner bei der Pressekonferenz der Polizei. "Behaltet den Schock nicht für Euch, überwindet Eure Scham und warnt andere Senioren!", so der Appell des 81-Jährigen.

Eine Beamtin der Kripo im Gespräch.

Schockanrufe: Wie Trickbetrüger abzocken

Markt -

Trickbetrüger geben sich als falsche Polizisten aus oder erfinden Geschichten von verunglückten Angehörigen, die dringend Geld brauchen. So erbeuten sie häufig Zigtausende Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.06.2018 | 19:00 Uhr

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