Regionalbischöfin Petra Bahr im Gespräch © Sprengel Hannover Foto: Patrice Kunte

Herrenhäuser Gespräch: Über selbstbestimmtes Sterben

Stand: 09.10.2020 08:39 Uhr

Sterbehilfe muss in Deutschland neu geregelt werden. Regionalbischöfin Petra Bahr und weitere Experten betrachten ethische, medizinische und rechtliche Positionen zu einem würdevollen, selbstbestimmten Lebensende.

Welcher Tod soll auf ein selbstbestimmtes Leben folgen, wenn Krankheit und Schmerzen es zur Qual machen? "Mein Lebensende gehört mir", sagen die einen und wünschen sich einen selbstbestimmten, würdevollen Tod. Die anderen verweisen auf den uneingeschränkten Respekt für das Leben und lehnen jede Form von Sterbehilfe ab.

Gesetz zur Sterbehilfe verfassungswidrig

Das in § 217 StGB verankerte Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung hat die Suizid-Begleitung in Deutschland bisher nahezu unmöglich gemacht. In einer lang erwarteten Entscheidung hat das Bundesverfassungsgericht das Gesetz im Februar für verfassungswidrig erklärt. In der Begründung heißt es, dass "die Entscheidung des Einzelnen, seinem Leben entsprechend seinem Verständnis von Lebensqualität und Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz ein Ende zu setzen, als Akt autonomer Selbstbestimmung zu respektieren ist".

Wie lässt sich ein würdevolles Lebensende selbstbestimmt gestalten?

Welche praktischen Auswirkungen hat das Urteil auf die neu zu regelnde Sterbehilfe? Auf welche Hilfe können Schwerkranke und ihre Angehörigen nun hoffen? Wie lässt sich ein würdevolles Lebensende selbstbestimmt gestalten? Und wie könnte ein neuer gesellschaftlicher Konsens aussehen, der ethische, medizinische und rechtliche Positionen ausgewogen berücksichtigt? Antworten auf diese Fragen suchen Experten beim 64. Herrenhäuser Gespräch.

Die Podiumsgäste:

Petra Bahr, Regionalbischöfin des Sprengels Hannover der Evangel.-Lutherischen Landeskirche Hannovers, Mitglied im Deutschen Ethikrat 

Gunnar Duttge, Leiter der Abteilung für Medizin- und Biorecht an der Universität Göttingen, Mitherausgeber der Zeitschrift "Leben & Tod"

Eckhard Nagel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften der Universität Bayreuth

Dieter Birnbacher, Institut für Philosophie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Moderation: Ulrich Kühn

Die Aufzeichnung der öffentlichen Veranstaltung wird am Sonntag, den 25. Oktober 2020 um 20.00 Uhr im NDR Kultur Sonntagsstudio gesendet.

Weitere Informationen
Tanzende Figuren vor blau-lila beleuchtetem Hintergrund. © iStock Foto: Dirk Freder

Veranstaltungen

Hier finden Sie alle Veranstaltungen von NDR Kultur im Überblick. mehr

Herrenhäuser Gespräche

Mit den Herrenhäuser Gesprächen präsentieren die VolkswagenStiftung und NDR Kultur aktuelle Themen aus Wissenschaft und Kultur, die unsere Gesellschaft bewegen. Ganz im Sinne von Gottfried Wilhelm Leibniz positioniert sich Herrenhausen damit als ein Ort des intellektuellen Diskurses, der weit über die Grenzen der Stadt Hannover hinaus eine breite Öffentlichkeit zum Mit- und Nachdenken anregt. 

Herrenhäuser Gespräch: Über selbstbestimmtes Sterben

Was ist, wenn Krankheit und Schmerz das Leben zur Qual machen? Experten diskutieren ethische, medizinische und rechtliche Positionen einer neu zu regelnde Sterbehilfe.

Art:
Diskussion
Datum:
Ort:
Xplanatorium Schloss Herrenhausen
Herrenhäuser Straße 5
30419Hannover
Preis:
Der Eintritt ist frei.
Hinweis:
Aufgrund der geltenden Schutz- und Hygienebestimmungen ist eine Anmeldung im Vorfeld zwingend notwendig. Die Anmeldung ist ab dem 24. September unter veranstaltungen.volkswagenstiftung.de möglich.

Bitte beachten Sie, daß innerhalb der Räumlichkeiten im Schloss Herrenhausen, auch während der Veranstaltung, eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden muss.
In meinen Kalender eintragen

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Sonntagsstudio | 25.10.2020 | 20:00 Uhr

NDR Kultur Livestream

ARD Nachtkonzert

00:00 - 06:00 Uhr
Live hörenTitelliste